Boostedt : N 1-Gebäude: Nichts ist entschieden!

Das N1-Gebäude liegt hinter dem Zaun an der Panzerstraße. Es wäre perfekt für die Feuerwehr
Das N1-Gebäude liegt hinter dem Zaun an der Panzerstraße. Es wäre perfekt für die Feuerwehr

Der Bundestagsabgeordnete Ingo Gädechens (CDU) rudert zurück. Erst Mitte Februar rechnet er mit einem Beschluss.

shz.de von
02. Februar 2018, 07:30 Uhr

Boostedt | Es klangt nach einem Teilerfolg, was gestern im Radio lief: Der Bund habe das Gebäude N 1 auf dem Gelände der ehemaligen Rantzau-Kaserne wieder freigegeben. Das wollte der im Radio zitierte Ingo Gädechens, CDU-Bundestagesabgeordneter und Obmann im Verteidigungsausschuss, gestern auf Courier-Anfrage nicht bestätigen. Es sei keine Entscheidung gefallen.

Hintergrund ist eine Sitzung des Ausschusses vom Mittwoch. In Boostedt frohlockte man bereits ob der Radiomeldung. Schließlich soll die Freiwillige Feuerwehr in das N1-Gebäude einziehen. „Solche Signale nimmt man auf“, sagte Boostedts Bürgermeister gestern Abend und musste erst mal tief Luft holen.

Ingo Gädechens erklärte weiter, dass der Gemeinde ein Kaufangebot für das Gebäude vorgelegen habe. „Weil die Gemeinde bislang keine abschließende Entscheidung getroffen hat, wurde das Gebäude zur Unterbringung einer Bundeswehr-Geländebetreuung für den Eigenbedarf erneut in Betracht gezogen“, erklärt der CDU-Verteidigungspolitiker.

König ist brüskiert: „Das schlägt dem Fass den Boden aus.“ Ja, der Gemeinde habe das Kaufangebot vorgelegen, das habe ihr aber nichts genützt ohne die Erschließungsmöglichkeit über die Panzerstraße. Die wiederum habe der Bund aber nicht freigegeben.

„Nach der zunächst geplanten Reduzierung, wird die Bundewehr nun wieder wachsen. Das ist einmalig“, sagt Ingo Gädechens. „Deswegen werden alle Liegenschaften noch einmal neu bewertet. Dabei ist die Rantzau-Kaserne die einzige in Schleswig-Holstein.“ Mit einer Entscheidung, ob und in welchem Umfang die Bundeswehr Bedarf anmeldet, rechnet Gädechens Mitte Februar. Es müsse geprüft werden, ob das N1-Gebäude aus dem Bestand genommen und der Gemeinde zur Verfügung gestellt werden könne.

„Die Bundeswehr soll kommen“, sagt Boostedts Bürgermeister Hartmut König. Mit einer Rückkehr der Truppe habe er kein Problem. Seine Kritik: „Es wird auf Zeit gespielt, und wir wissen nicht, was los ist.“

Außerdem gibt es eine weitere Unsicherheit: Der Denkmalschutz will nach Angaben von Bürgermeister König prüfen, ob die Mannschaftsgebäude unter Schutz gestellt werden.

Um den Anliegen der Gemeinde Boostedt in Sachen Koversion Nachdruck zu verleihen, hat Hartmut König nicht nur einen Brief an die Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) geschrieben (der Courier berichtete), sondern auch angeboten, selbst nach Berlin zu kommen, um das Projekt dort vorzustellen.

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