Mut zur Aussprache

jens bluhm2

von
12. November 2014, 13:48 Uhr

Ja, Jens Rohwer stand den Nationalsozialisten während des „1000-jährigen Reiches“ nahe, das ist in der einschlägigen Literatur belegt und bei Fachleuten bekannt. Und, ja, Jens Rohwer hat nach dem Krieg öffentlich klargemacht, dass er geirrt hat, dass auch er der menschenverachtenden Ideologie des NS-Systems auf den Leim gegangen ist, sie sogar aktiv unterstützt hat. Er hat sich davon distanziert, nicht nur in Worten sondern auch in Taten, was etwa sein Engagement für Amnesty International, in der Friedensbewegung oder gegen die Apartheid in Südafrika belegen. Auch das ist dokumentiert und bei Fachleuten (auch in Neumünster) bekannt. Warum soll es dann eigentlich nicht möglich sein, beides auch öffentlich auszusprechen?

Im Streit um die Würdigung des Komponisten sollten alle Beteiligten vielleicht noch einmal überdenken, ob sich nicht doch eine gemeinsame Lösung, ein würdiger Rahmen zur Ehrung des großen Sohnes der Stadt finden lässt. So weit liegt man offensichtlich gar nicht auseinander.

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