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Muslime in Elmshorn warnen vor strittigem Prediger

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die muslimische Gemeinde in Elmshorn fürchtet, dass sich Flüchtlinge umstrittenen Predigern anschließen und eine eigene Gemeinde gründen. „Wir haben Hinweise darauf, dass einige Flüchtlinge Kontakte zu einem problematischen Prediger in Hamburg pflegen“, sagte Ali Evcil, Vorsitzender der Elmshorner Muslime und stellvertretender Vorsitzender von Ditib-Nord, gestern während eines Gesprächs mit Elmshorns Bürgermeister Volker Hatje.

Ditib ist der Dachverband, dem die meisten Muslime im Kreis Pinneberg angehören. Es bestehe die Gefahr, dass eine eigene Moschee gegründet werde, führte Evcil weiter aus. Bisher lägen aber keine Anträge für eine Moschee vor, so Hatje. „Ich weiß nicht, ob es eine rechtliche Handhabe gibt. Aber ich würde alles tun, um so etwas zu verhindern“, fügte er an.

Hatje sucht den Schulterschluss mit Evcil: „Wir arbeiten seit Jahren hervorragend zusammen.“ Ditib habe einen guten Kontakt zu Flüchtlingen und leiste viel für die Integration der Ankömmlinge. „Unser Ziel ist, nicht nur religiöse Heimat zu sein. Wir wollen den Flüchtlingen auch die deutsche Lebensweise vermitteln“, sagte Evcil. Doch es gibt ein Problem: Die Ankömmlinge sind trotz des gemeinsamen Glaubens erst einmal Fremde. Sie sprechen meist Arabisch, die Elmshorner Deutsch oder Türkisch.

Hatje fordert nun, die Integrationsarbeit etablierter muslimischer Gemeinden mit Geld von Bund und Land stärker zu unterstützen. „Es darf keine Parallelgesellschaft entstehen.“

Allein in Elmshorn gibt es laut Hatje derzeit 620 Flüchtlinge. Da auch Menschen aus dem Umland zum Beten nach Elmshorn kommen, ist die Zahl der Gemeindemitglieder währen der vergangenen drei Jahre laut Evcil um etwa 2000 gewachsen.

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