zur Navigation springen
Holsteinischer Courier

17. Dezember 2017 | 08:03 Uhr

Konzert : Musiker sprühten vor Spielfreude

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Anschar-Chor, das Sinfonieorchester der Musikschule und befreundete Musiker stimmten in der Anscharkirche auf die Festtage ein

shz.de von
erstellt am 24.Mär.2016 | 12:00 Uhr

Neumünster | Die rund 100 Besucher konnten sich glücklich schätzen. In der Anscharkirche wurde ihnen am Dienstagabend etwas ganz Besonderes geboten. Unter dem Titel „Stabat Mater – ein Passionskonzert“ hatte Thomas Haase ein Programm zusammengestellt, wie es in dieser Form in Neumünster bisher noch nicht zu hören war.

Mit dem Sinfonieorchester der Musikschule, unterstützt von professionellen Musikern, den beiden Dresdner Sängerinnen Lisa Dietrich und Nanora Büttiker, dem Anschar-Chor und dem Konzertmeister Hovhannes Bagdasarjan war es Kantor Haase gelungen, Musiker – Laien wie Profis – auf die Bühne zu holen, die vor Spielfreude nur so sprühten.

Und das, obwohl das „Stabat Mater“ alles andere als freudig ist. Eindringlich und voller Schmerz schildert der anonyme Text aus dem 13. Jahrhundert die Passionsgeschichte aus Sicht Mariens. Vertont wurde er von unzähligen Komponisten, zu den bekanntesten zählen Giovanni Battista Pergolesi und Franz Schubert. „Ich war anfangs nicht sicher, ob man beide Vertonungen in einem Konzert präsentieren sollte“, sagte Thomas Haase. Seine Zweifel waren völlig unberechtigt. Pergolesi schrieb sein „Stabat Mater“ 1736 für Alt, Sopran, Streichquartett und Basso continuo, Franz Schubert vertonte es 1815 für Chor und Orchester. Das Publikum kam damit in den Genuss zweier völlig unterschiedlicher Werke. Der bittersüß melodische Gesang von Lisa Dietrich (Sopran) und Nanora Büttiker (Alt) verwandelte die Mutter Gottes in eine menschliche Frau mit mütterlichen Gefühlen. Bravourös begleitet wurden die beiden ausgebildeten Sängerinnen von Hovhannes Bagdasarjan (1. Geige), Tatiana Dreibrodt (2. Geige), Ulrike Both (Viola), Sigrun Albert (Violoncello) und Gesamtleiter Thomas Haase am Basso continuo. Gemeinsam gelang den sieben Musikern empfindsame Kirchenmusik im galanten Stil. Anders bei Schubert. In seiner Musik wird Maria zur Randfigur. In den Vordergrund rücken stattdessen der gekreuzigte Jesus und die Gemeinde der Gläubigen.

Beeindruckend gelang es dem Anschar-Chor und dem Sinfonieorchester der Musikschule, den turbulenten Weg des Individuums zwischen Schmerz, Mitleid und Vorfreude auf das Paradies nachzuzeichnen. „Hovhannes Bagdasarjan spielt nicht auf der Geige, er zaubert“, staunte Tatiana Dreibrodt über ihren Kollegen. Bagdasarjan war es dann auch, der mit großer Weitsicht und Empathie dazu beitrug, dass auch das dritte Stück des Abends zu einem echten Hörerlebnis wurde. Die 34 Orchestermusiker brachten in der großartigen Musik der ‚Unvollendeten‘ von Franz Schubert das Vollendete zum Klingen.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen