Neumünster : Musikalisches Miteinander – ungezwungen und fröhlich

Mit Gitarre und Klavier spielten Flüchtlinge ein persisches Liebeslied, das unter die Haut ging.
Mit Gitarre und Klavier spielten Flüchtlinge ein persisches Liebeslied, das unter die Haut ging.

Gut 80 Besucher erlebten in der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche ein Mitmachkonzert voller Spielfreude.

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26. Februar 2018, 10:24 Uhr

Neumünster | Ganz ungezwungen, abwechslungsreich und vor allem mit viel Freude an der Musik ging es am Freitagabend beim vierten „Mitmachkonzert“ in der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche zu. Gut 80 Besucher kamen ins schlichte und einladende Gotteshaus an der Tizianstraße und folgten den musikalischen Darbietungen der 13 Ensembles und Solisten.

„Es geht hier nicht um musikalische Perfektion, sondern vielmehr um den Spaß und die Möglichkeit, vor Publikum zu spielen. Alle Musiker sind Mitglieder unserer Gemeinde“, erklärte die Kirchenmusikerin Anja Grützmacher. Auch sie selbst erhob ihre Stimme und sang bei „Saitenklang“, der Gitarrengruppe der Kirche, mit.

Zunächst etwas zaghaft, dann aber doch mutiger stieg das Publikum bei Udo Jürgens’ „66 Jahren“ und bei Rudi Carrells immer gültiger Frage „Wann wird‘s mal wieder richtig Sommer?“mit ein.

Fremd, aber dann doch vertraut klangen die Melodien, die der kleine persische Flüchtlingschor mit Gitarre und Klavier präsentierte. Bei dem Liebeslied eines persischen Schlagersängers schlug auch das mitteleuropäische Herz angerührt mit.

Klassisches präsentierten Schüler des Klavierlehrer-Ehepaares Irina und Arnold Nevolovitsch, und auch der Elch-Chor der IGS Brachenfeld stand auf dem Programm. Das Besondere bei diesem Konzert schilderte Laura Johannsen (18): „Ich finde es schön, dass Kinder und Erwachsene sowie Deutsche und Flüchtlinge zusammen musizieren.“ Gemeinsam mit ihrer Freundin Simona Polischuk (21) und zehn anderen Gläubigen aus der Gemeinde hat sie sich extra für den Abend zum Jugendensemble zusammen geschlossen und das Gospel-Stück „Freedom is coming“ einstudiert. Was sie als junge Erwachsene in der Gemeinde hält, erklärt Laura Johannsen so: „Die Konfirmandenzeit war wichtig und prägend für mich, ich habe viel über mich selbst gelernt und mag die Gemeinschaft hier in der Kirche.“

Moderiert wurde der Abend von Jason Zeichner, Jugendleiter der Kirche. Er und Anja Grützmacher überreichten jedem Musiker nach dem Auftritt einen Becher, auf dem handgeschrieben an das Mitmachkonzert erinnert wurde. „Das ist eine kleine Tradition, so wie bei den Bechern auf den Weihnachtsmärkten“, sagte die Kirchenmusikerin.

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