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Kunstflecken-Konzert : Musikalischer Orkan in der Werkhalle

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

„The Boss City-Trio“ mit Gitarrist Ulf Wakenius begeisterte 250 Fans / In die Rockmusik schmolzen Jazzharmonien

Neumünster | Mit dem Konzert des „The Boss City-Trio“ ist dem Jazzclub erneut ein echter „Fleckendonner“ gelungen. 250 Fans erlebten am Freitagabend in der Werkhalle den Schweden Ulf Wakenius, dessen Virtuosität und Fingerfertigkeit als Gitarrist weltweit unbestritten sind.

Mit dem Organisten Leonardo Conradi und dem Schlagzeuger Tony Match standen ihm zwei gleichwertige Partner zur Seite, die im Trio und als Solisten die Zuhörer immer wieder zu Beifallsstürmen herausforderten. Wie es Wakenius und Conradi gelang, immer wieder bestimmte Oktav-Ketten und melodiöse Läufe mit unwahrscheinlichen Tempi präzise zu spielen und sich im variierenden und neu interpretierenden Duett zu steigern, war Extraklasse. Alle drei glänzten mit technischer Brillanz.

Im Publikum waren schon zur Pause Worte wie „unglaublich“ oder „fantastisch“ zu hören. Ihr Konzert als Tribut an Wes Montgomery, den wohl einflussreichsten Jazzgitarristen aller Zeiten, zu verstehen, war mehr als gelungen. Bei dem Montgomery-Hit „Tequila“ durften auch die Jazz-Fans ordentlich mitfeiern. Aber auch an anderen Klassikern wie John Coltrane oder Django Reinhardt orientierte sich der Schwede.

Dass Wakenius nur kurz die spezielle Technik von Montgomery, den Gitarrensaiten mit dem Daumen ganz weiche Töne zu entlocken, zeigte, diese aber nicht spielte, war schade. Aber er entschädigte seine Fans mit zwei Stunden Gitarrenfeuerwerk vom Feinsten. Wobei der Gitarrist und seine Musiker immer wieder eine Verbindung von Rhythmus und Energie des Rock mit alternativen, oft klassischen Jazzharmonien (Louis Armstrong) herstellten. Wunderschön anzusehen war, wie Wakenius genüsslich an der Gitarre zupfend seine Mitstreiter zu regelrechten Tonkaskaden herausforderte; wie sie sich gegenseitig in ihrer gekonnten Technik trieben und an Geschwindigkeit überboten. Selbst als er Mississippi-Blues der 50erJahre ankündigte, war kein ruhiger Blues zu hören, im Gegenteil harter Anschlag, eben ganz Wakenius. Oft entstand das Gefühl, ein musikalischer Orkan fegte durch die Halle.

Rüdiger und Margret Witt aus Neumünster fiel besonders auf, dass sich „diese Spitzenleute in der Band akzeptierten, gemeinsam eine super Show boten“. Beide fügten an: „Es ist eigentlich schade, dass die tolle Atmosphäre dieses Hauses nicht öfters genutzt wird.“ Stehend und lang anhaltend applaudierten die Fans dem „The Boss City-Trio“.



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