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Holsteinischer Courier

24. November 2017 | 19:45 Uhr

Musik war für ihn lebenswichtig

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Komponist und Gitarrenlehrer Frank Becker starb mit 60 Jahren

shz.de von
erstellt am 04.Apr.2014 | 15:05 Uhr

Sein Tod ist ein schmerzlicher Verlust für die Musikszene in Neumünster und Schleswig-Holstein: Familie, Freunde, Schüler und Weggefährten trauern um den Gitarristen und Komponisten Frank Becker, der an den Folgen einer schweren Krankheit im Alter von 60 Jahren starb. Der leidenschaftliche Musiker war Motor von unzähligen Projekten und Bands, vor allem junger Talente.

Frank Becker war ein echter Neumünsteraner: Er wuchs an der Wasbeker Straße auf, wo sein Vater das Geschäft „Becker-Harmonika-Türen“ hatte, machte Abitur an der Immanuel-Kant-Schule und fing früh mit der Musik an. Er studierte Gitarre am Konservatorium in Hamburg und profitierte von einem dreimonatigen Gaststudium an der renommierten School of Music Berklee (Boston, USA). Als musikalisches Multitalent war er Motor für viele Projekte und hinterließ im Laufe der Jahre „einen großen Fußabdruck in der musikalischen Szene“, sagt Arne Gloe, einer seiner vielen Weggefährten.

Die Rockformation „Ash Pan“ war eine seiner ersten Bands, eine vollständige Liste nachfolgender Bands wäre eine sehr lange. Mit Andreas Cutruneo gründete er „Dialogue“, er spielte mit Arne Gloe, Elke Andersen und Thies Thode in „Quartetto“, war immer donnerstags bei den Sessions im Fürsthof dabei, spielte in der Hamburger Rockband „Magic Drive“, brachte seinen Sachverstand in der Bigband der damaligen IGS Brachenfeld ein. Er begleitete unzählige Lesungen seines ehemaligen Lehrers Wolfgang Schütz, aber auch des Lyrik-Urgesteins Anders Stüwe und der plattdeutschen Autorin Birgitt Jürs. Er mischte als musikalischer Leiter beim integrativen Theaterprojekt „Krims-Krams“ von Bernd „Söffi“ Soffner mit und schrieb als Fan der amerikanischen und südamerikanischen Literatur Texte, gerne in englisch.

Wer über Frank Becker spricht, findet Worte wie „herzensgut“, „hilfsbereit“, „verschmitzt und hintergründig“, „Ruhepol“, „väterliche Figur“ und „ein guter, zuverlässiger Freund“, aber auch „einer der bedeutendsten Musiker, die Neumünster je hatte“ oder „ein Musiker, der seinesgleichen sucht“. „So gut wie alle namhaften Musiker zwischen Flensburg und Hamburg hatten schon die Ehre, mit Frank Becker zu spielen“, sagt Marco Ramforth. Mit Becker verbindet ihn unter anderem seine Bluegrass-Band „O Brother“.

Ein zentrales Anliegen von Frank Becker war es, andere mit dem Virus Musik zu infizieren. Das machte er als Lehrer von Generationen von Schülern und bei der Jugendmusikwoche, die er mit Ansgar Hüttenmüller ins Leben rief und sie 18 Jahre lang betreute. Es entstanden unzählige junge Bands, die er coachte, aber auch 16 Jahre lang das „Gitarren-Ensemble“ mit Schülern. „Er hat ganz viele Menschen mutig gemacht“, sagt Jens Sauerbrey, einer der letzten Schüler Beckers.

„Musik war etwas Lebenswichtiges für ihn, sie hielt ihn jung. Er unterrichtete zuhause, wir hatten ein offenes Haus. Er war ein Lehrer und Mensch zum Anfassen“, sagt seine Frau Helga. Sie kannten sich seit 1987, heirateten 1990. Frank Becker hinterlässt auch drei Töchter und eine Enkelin. Die Urnenbeisetzung findet am Freitag, 28. März, um 14 Uhr im Ruheforst Bothkamp statt.

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