„Neumünster singt und spielt“ : Musik ist eine Leidenschaft für Jung und Alt

Mit Flaggen aus aller Welt zeigten die Alexander-von-Humboldt-Schüler, dass sie international sind – und wandelten aus Solidarität mit „Charlie Hebdo“ musikalisch auf den Pariser Champs-Elysées.
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Mit Flaggen aus aller Welt zeigten die Alexander-von-Humboldt-Schüler, dass sie international sind – und wandelten aus Solidarität mit „Charlie Hebdo“ musikalisch auf den Pariser Champs-Elysées.

In drei Aufführungen zeigten Chöre, Tanzgruppen und Orchester die musische Vielfalt.

shz.de von
16. März 2015, 06:00 Uhr

Neumünster | Kleine Piraten auf großer Fahrt, bezaubernde Bollywood-Tänzerinnen, bombastisch spielende Orchester und andächtige Gospelsänger – auf dem 16. Chor- und Musikfestival „Neumünster singt und spielt“ demonstrierten die Akteure ihre Liebe zur Musik. Oper, Hip-Hop, Musical, Volkslied, Chanson, Rock oder Klassik: Rund 1200 Zuschauer erlebten in drei Aufführungen einen abwechslungsreichen Reigen.

Das Festival startete mit einem Moment des Innehaltens. Zu Ehren des verstorbenen Stadtpräsidenten Friedrich-Wilhelm Strohdiek spielte Familie Wolos das andächtige „The Prayer“. Der Platz Strohdieks, der ein großer Fan des Festivals war, blieb leer. Dann legte der Nachwuchs los – die Bigband der Immanuel-Kant-Schule, die ein anspruchsvolles „Adèle“-Medley meisterte. Erfrischend und phantasievoll gestalteten sowohl Schüler als auch Erwachsene ihre Auftritte. Die Humboldt-Schüler wandelten aus Solidarität mit „Charlie Hebdo“ auf den Champs-Elysées; mit „Leinen los“ gingen die Vicelinschüler als kleine Piraten auf große Fahrt. Mit Xylophon und Trommeln ließen es die Hermann-Claudius-Schüler aus Wasbek mächtig gewittern und tanzten mit Regenschirmen zu „Under my Umbrella“.

Ob op Platt, auf Englisch oder Deutsch – gestandene Orchester, Solisten, gemischte Chöre oder reine Männerstimmen zeigten einen fulminanten Ausschnitt ihres Könnens. Wochen- und monatelang hatten viele extra für diesen Auftritt geübt.

Für besondere Klangmomente sorgten die Alphornbläser „Zwischen den Meeren“. Seltene Stimmlage: Jonah Petersen sang Händel mit Kopfstimme – und der Saal tobte, auch als er in deutlich tieferer Lage zu „Crazy little thing called Love“ von Elvis abrockte. Fetzig und mit erotischem Hüftschwung beeindruckten die Dojo-Jiju-Dance-Factory und die Jungclaus-Eleven.

Traditionell verlieh die Musikgemeinschaft den goldenen Notenschlüssel – an Christian Schröder, der für seinen Einsatz als Musiklehrer an der GS Brachenfeld und Leiter diverser Chöre geehrt wurde. Er lobte die Macher: „Klasse, dass das hier so läuft“. Sein Kommentar: „Jeder kann singen. Wer sagt, er kann es nicht, hat es nicht genug probiert.“

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