Neumünster : Musik für Muskelkranke

Singen für den guten Zweck: Für das ALS-Charity-Konzert verzichteten alle Künstler auf ihre Gage. Die Bluesband „House on a Hill“ animierte das Publikum, fleißig zu spenden.
Singen für den guten Zweck: Für das ALS-Charity-Konzert verzichteten alle Künstler auf ihre Gage. Die Bluesband „House on a Hill“ animierte das Publikum, fleißig zu spenden.

Das zweite ALS-Charity-Konzert bringt 6300 Euro für Betroffene ein.

shz.de von
16. Juli 2018, 09:00 Uhr

Neumünster | Es ist eine Diagnose, die den Tod bedeutet: Amyotrophe Lateralsklerose (ALS). Bei der Krankheit sterben die Nervenzellen der Muskulatur ab, sodass diese nicht mehr auf Reize des Gehirns reagieren können. Bereits drei bis fünf Jahre danach sterben die Betroffenen. Um Erkrankte zu unterstützen und auf die Krankheit aufmerksam zu machen, fand daher am Sonnabend das zweite ALS-Charity-Konzert im Fürsthof statt.

„Wir wollen heute laut sein“, verkündete Elke Schneider, die mit ihrem Mann Volker das Konzert veranstaltete. Ihre Schwester litt selbst unter der Krankheit und verstarb 15 Monate nach der Diagnose. Ihr versprach Elke Schneider, weiterhin „laut“ zu sein. Denn Forschung würde immer noch viel zu wenig betrieben. In Deutschland gibt es nur rund 8000 Menschen mit ALS. Das mache die Erforschung wenig lukrativ.

Fünf Bands traten bei dem Open-Air-Event auf und begeisterten hunderte Fans, die nach und nach in die schmale Gasse strömten. Spanisches Flair verbreitete die Flamenco-Rockband Soltoros. Den Blues hatten die Musiker von „House on a Hill“. Mit ihren Akustiknummern versetzten sie das Publikum in die Blues-Hauptstadt New Orleans.

Für den guten Zweck verzichteten alle Künstler auf ihre Gage und animierten die Zuschauer, ihr Bestes zu geben – nämlich ihr Geld. In den Pausen wurden Sachspenden örtlicher Unternehmen versteigert. Sogar die Sängerin Nena konnte von Elke Schneider überzeugt werden, zwei CDs zu spenden. Außerdem wanderten 50 Cent pro verkauftem Getränk in den Spendentopf.

Der Erfolg: 6300 Euro gehen an den Verein „Chance zum Leben – ALS“.

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