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Neue Ausstellung : Museum betätigt sich als Schürzen-Jäger

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Für die Ausstellung „Angebandelt – Ein Date mit der Schürze“ im Oktober sucht Tuch + Technik noch private Leihgaben mit Geschichte

Neumünster | Kittelschürze & Co. gesucht – für die Ausstellung „Angebandelt – ein Date mit der Schürze“, die am 27. Oktober eröffnet wird und bis zum 5. Februar 2017 gezeigt wird, sucht das Museum Tuch + Technik am Kleinflecken noch „viele Leihgaben von Schürzen mit Geschichte“, sagte Museumsdirektorin Astrid Frevert.

Gefragt sind nicht nur die klassischen Frauenschürzen beim Kochen und Putzen, sondern auch Handwerker- und Servierschürzen. „Gärtner, Schreiner, Schuhmacher oder Goldschmiede haben Schürzen getragen“, sagt Museumspädagogin Karin Ruhmöller: „Mein Vater war Bäcker, ihn kenne ich eigentlich nur mit Schürze.“

Waschen war aufwändig, auch Kinder bekamen deshalb früher Schürzen verpasst, um die Kleidung zu schonen. Auch Schürzen für Puppen und Teddys sowie Fotos aus dem Familienalbum, die Menschen in alltäglichen Situationen mit Schürze zeigen, wären schöne Leihgaben, so Karin Ruhmöller.

Da im Museum vermutlich eine Auswahl getroffen werden muss und nicht alle Schürzen gezeigt werden können, bitten Astrid Frevert und Karin Ruhmöller, dass die guten Stücke bis zum 1. September während der Öffnungszeiten im Museum abgegeben werden. Dazu ist ein Fragebogen vorbereitet, auf dem Name und Adresse des Leihgebers und auch die kleine Geschichte vermerkt werden, die um die Schürze rankt. So wie bei Stadtführerin Rita Peglow (76). Die frühere Hauswirtschaftsmeisterin und Diplom-Pädagogin hat eine blütenweiße Schürze dabei, die wohl gut und gerne 60 Jahre alt. „Meine Mutter trug sie, wenn Gäste im Haus waren“, sagt sie und hält das Erbstück in Ehren.

Das Schöne an der Ausstellung ist für Museumschefin Astrid Frevert, dass „das ein sehr gegenwärtiges Thema ist“. „Schürzen scheinen wieder in zu werden“, stimmt Karin Ruhmöller zu.

Den Anstoß zur Ausstellung gaben die Schürzensammlerin Ute Dwinger aus Schmalfeld und die Regensburger Kulturwissenschaftlerin Esther Gajek, die aus dem Thema Schürze ein Uni-Projekt machte. Ihre Studenten konzipierten die Ausstellung, aber auch Ute Dwinger und die Experten von Tuch + Technik wirkten an den Texten mit.

Zurzeit wird sie in Deggendorf gezeigt. In Neumünster soll die Ausstellung mit Hilfe der Neumünsteraner um lokales Kolorit ergänzt werden. Karin Ruhmöller: „Schürzen sind einfach praktisch und deshalb auch in den Sprichwortschatz eingegangen – auch wir sind jetzt quasi Schürzen-Jäger.“

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erstellt am 03.Jun.2016 | 08:15 Uhr

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