Boostedt : Mütter wollen Sicherheit vor der Kita

Das Tempo-30-Schild hängt etwa 25 Meter vor einer beliebten Querung des Dorfrings. Kommt ein Auto mit 74 Stundenkilometern angerast und macht eine Gefahrenbremsung, braucht es nach der Faustformel mehr als 27 Meter, um zum Stehen zu kommen. Ohne Vollbremsung wären es sogar 50 Meter. Die Mütter und ihre Kinder im Wagen wären gefährdet.
Das Tempo-30-Schild hängt etwa 25 Meter vor einer beliebten Querung des Dorfrings. Kommt ein Auto mit 74 Stundenkilometern angerast und macht eine Gefahrenbremsung, braucht es nach der Faustformel mehr als 27 Meter, um zum Stehen zu kommen. Ohne Vollbremsung wären es sogar 50 Meter. Die Mütter und ihre Kinder im Wagen wären gefährdet.

Die Unterschriftenaktion „Stoppt die Raser an der Kita Boostedt!“ soll für Abhilfe sorgen. Messungen brachten erschreckende Ergebnisse

shz.de von
14. Dezember 2016, 15:00 Uhr

Boostedt | Ein vorsichtiger Schritt nach vorne, Blick nach links, ein Auto kommt angerast, die Mutter zieht ihren Kinderwagen schnell wieder zurück von der Fahrbahn. Gefährliche Situationen wie diese spielen sich täglich an Boostedts Kindergarten ab. Deswegen läuft seit dem 18. November die Unterschriftenaktion „Stoppt die Raser an der Kita Boostedt!“ Ins Leben gerufen hat sie Dr. Katrin Herchenröder (41).

Die Mutter aus Boostedt erlebt jeden Morgen und Nachmittag zu den Bring- und Abholzeiten, wie gefährlich das Überqueren der Latendorfer Straße (Kreisstraße 36) ist. Der Bereich um die im Winkel der Latendorfer Straße und Dorfring gelegene Kita ist zwar werktags zwischen 6 und 20 Uhr schon eine Tempo-30-Zone, doch viele Autofahrer geben in Richtung Ortsausgang beziehungsweise aus der Gegenrichtung kommend schon mal mehr Gas. „Das ist ohne Zweifel im Bereich einer Kita ein brandgefährlicher und unhaltbarer Zustand“, begründet die Elternvertreterin der Waldgruppe ihre Internet-Petition. Daher fordern mit der Mutter bisher noch gut 200 weitere Bürger den Kreis Segeberg auf, die Geschwindigkeitsbegrenzung wirksamer durchzusetzen. Dass viele Autos und riesige Trecker – besonders in der Erntezeit – schneller als erlaubt fahren, ist nicht nur ein Gefühl, sondern Tatsache, wie Katrin Herchenröder berichtet: „Eine Geschwindigkeitsmessung im Oktober hat gezeigt, dass gut elf Prozent zu schnell fuhren.“ Sie hat bereits vor zwei Jahren den Versuch unternommen, dort einen Zebrastreifen anlegen zu lassen. „Wir wollen mit der Petition unserer Stimme mehr Volumen verleihen“, erklärt die Mutter dreier Kinder den erneuten Vorstoß. Die Initiatorin findet Rückhalt sowohl bei der Kreiselternvertretung als auch beim Kindergarten. Und auch die Politik wird sich der Sache annehmen, schriftliche Anträge hat die Juristin dem Sozialausschuss und dem Wege-, Werk- und Umweltausschuss eingereicht. Die Forderung in der Petition, an der Kita-Kreuzung einen elektronischen Geschwindigkeitsmesser aufzubauen, hat die Verwaltung bereits am Montag umgesetzt.

Weiter fordern die Unterzeichner entweder eine dauerhafte „Blitzanlage“ oder regelmäßige Geschwindigkeitskontrollen plus Einbau von Bremsschwellen. Außerdem soll ein Zebrastreifen die Querung der Latendorfer Straße sicherer machen.

Problematisch betrachtet wird zudem die Platzierung des Tempo-30-Schildes auf dem Dorfring in Richtung Ortsausgang. Etwa 25 Meter hinter dem Schild befindet sich auf der linken Seite ein Weg, der zur Kirche führt. „Weil die Kita einen kirchlichen Träger hat, gehen die 172 Kinder sechs Mal im Jahr über diese Straße zur Kirche. Wie soll ein Fahrer auf 25 Metern rechtzeitig bremsen, wenn er mehr als 30 Stundenkilometer fährt?“, fragt eine besorgte Mutter. Besonders schwierig wird das, wenn Raser mit Tempo 74 unterwegs sind, wie bei der Messung im Oktober festgestellt wurde. Am 18. Januar 2017 endet die Zeichnungsfrist.

Am morgigen Donnerstag und am Freitag zwischen 9 und 11 Uhr stehen Mütter bei Edeka in Boostedt mit Unterschriftenlisten.  

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