Padenstedt : Müllfrevler laden ab und die Gemeinde muss zahlen

Eine vierteilige Schlafcouch, einen Kühlschrank und zwei Autositze haben Unbekannte auf einem Feldweg in direkter Nähe zum SWN-Wertstoffzentrum Wittorfer Feld abgeladen. Dort wäre die Entsorgung kostenlos gewesen.
Eine vierteilige Schlafcouch, einen Kühlschrank und zwei Autositze haben Unbekannte auf einem Feldweg in direkter Nähe zum SWN-Wertstoffzentrum Wittorfer Feld abgeladen. Dort wäre die Entsorgung kostenlos gewesen.

Dreiste Müllentsorgung in Padenstedt geht zu Lasten der Gemeindekasse.

shz.de von
03. Januar 2015, 06:45 Uhr

Padenstedt | Als Claus Schnoor gestern seine tägliche Radtour durch die Padenstedter Gemarkung machte, traute er seinen Augen nicht. Auf einem Feldweg, direkt am Zaun des SWN-Wertstoffzentrums Wittorferfeld, lagen eine vierteilige Schlafcouch, zwei Autositze und ein Kühlschrank.

„Dass die Leute ihre Fastfood-Tüten achtlos in die Straßengräber werfen, daran habe ich mich inzwischen gewöhnt. Aber das hier verschlägt mir die Sprache“, meinte der ehemalige Bürgermeister von Padenstedt, bestürzt über so viel Ignoranz gegenüber der Umwelt. Auch sein Nachfolger Carsten Bein war empört über die Dreistigkeit der unbekannten „Müllentsorger“. „Leider erleben wir derart verantwortungsloses Handeln immer wieder“, berichtete Bein. „Erst neulich wurde ich von einem aufmerksamen Bürger benachrichtigt, der ein Feuer auf einem freien Feld nahe der Windkraftanlagen bemerkt hatte“, so der Vorsitzende des Gemeinderates weiter. Die Feuerwehr identifizierte einen ausgebrannten Kompressor. Dessen Besitzer konnte zwar über die Fahrgestellnummer ermittelt werden, seinen Kompressor hatte er aber bereits vor Wochen als gestohlen gemeldet. Er habe inzwischen resigniert, meinte Bein. Zu Lasten der Gemeinde werde er nun einen Abtransport des Sperrmülls veranlassen.

Dass die Polizei wenig machen könne, sei für ihn nachvollziehbar. Erstens fehle es den Gesetzeshütern an Personal und zweitens seien Spuren bei so einem Delikt kaum zu sichern. Darauf setzten wohl auch die Täter. Warum sie allerdings den Weg zum Technischen Betriebszentrum scheuten, wo Sperrmüll – und hierzu gehören die Schlafcouch und der Kühlschrank – kostenlos entsorgt werden kann, bleibt ein Rätsel. 

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