Teich : Müll-Ecke soll verschwinden

Schlamm, Algen, Blütenstaub, Müll: Dieses Foto stammt vom Freitag vergangener Woche. Vor allem wenn es heiß ist, „kippt“ der Teich schnell um und wird zu einem unschönen Anblick.
Schlamm, Algen, Blütenstaub, Müll: Dieses Foto stammt vom Freitag vergangener Woche. Vor allem wenn es heiß ist, „kippt“ der Teich schnell um und wird zu einem unschönen Anblick.

Die Stadt legt zunächst Ölsperren aus, um ein Ablagern von Algen, Dreck und Schlamm zu verhindern. Ein späterer Umbau ist möglich.

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08. Juli 2014, 06:00 Uhr

Neumünster | Auf dem Wasser schwimmt ein grüner Teppich aus Algen und Blütenstaub, dazwischen erkennt man leere Flaschen, Dosen, Plastik- und Papiermüll. Jetzt im Sommer ist der Teich gerade an heißen Tagen kein schöner Anblick. Dazu kommt noch ein moderiger Gestank, der an eine Kläranlage erinnert und bei Wind durch die Innenstadt zieht. In der Stadtverwaltung will man dieses Problem nun aktiv und fachdienstübergreifend anpacken.

Vor allem soll die Müll-Ecke vor der Kreuzung Am Teich/Kieler Brücke verschwinden. Dafür sollen zunächst Ölsperren ausgelegt werden, um das Treibgut in der Strömung zu lassen und ein Absinken zu verhindern. „Wenn der Test klappt, planen wir eine optisch ansprechendere Variante“, sagt Ingo Kühl, Fachdienstleiter beim Technischen Betriebszentrum (TBZ). Seine Mitarbeiter sind für die Reinigung des Teichs zuständig. Doch die gestaltet sich schwierig und ist mit hohem Aufwand verbunden. „Es ist nicht ganz ungefährlich, in den Teich zu steigen, weil man leicht im Schlamm versinkt“, sagt Kühl. Einmal im Jahr vor dem Entenrennen wird das Gewässer gereinigt, ansonsten nur nach Bedarf. Und der ist nun da: „Wir werden die Sache in den kommenden Tagen angehen“, sagt Kühl.

Auch Jörg Rowehl von der Unteren Wasserbehörde mahnt schnelles Handeln an: „Die Nitratbelastung der Gewässer im Land und somit auch vom Teich ist vor allem durch intensiveren Maisanbau in der Landwirtschaft in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegen. Das fördert das Algenwachstum.“ Die Schwale transportiere aber nicht nur Dünger, sondern auch menschlichen Müll sowie organische Stoffe und Sand in die Innenstadt. Durch einen kaum erkennbaren Strudel werden die Schwimmstoffe in die Ecke an der Kieler Brücke befördert und lagern sich dort ab, so Rowehl. „Das sieht nicht nur schlimm aus, es gefährdet auch Tiere wie Bach- und Flussneunaugen, die im Teich leben und unter Schutz stehen“, sagt er. Deshalb begrüßt der Fachmann die geplanten Arbeiten, an denen auch der Fachdienst Grünflächen beteiligt ist.

Ob der Teich zusätzlich ausgebaggert wird, ist noch unklar. Das letzte Mal rückten die Schlammbagger 2011 an, um Sandinseln zu entfernen. Die letzte Komplett-Ausbaggerung mit Ufer-Sanierung war 2008/2009. Sie kostete 250 000 Euro.

Kommentar von Christian Lipovsek

Ganz klar: Der schicke  neue Einkaufstempel  Holsten-Galerie und davor eine stinkende Kloake? Das geht gar nicht! Der Teich soll eine natürliche, harmonische Verbindung zwischen Galerie und Großflecken bilden und auswärtige Gäste nach dem Besuch in der Passage zu einem Blick und vor allem zu einem Gang nach draußen, weiter in Richtung Innenstadt locken. Da hindert die zu erwartende Blechlawine  auf dem Kuhberg und dem Großflecken schon genug. Würde man hinter den Autos nun auch noch einen verunreinigten Teich entdecken, hätte erst recht  niemand Lust, sich das Zentrum Neumünsters näher anzuschauen. Deshalb ist es gut, dass sich die Verwaltung Gedanken macht und diese dringend notwendige Aktion in  Angriff nimmt. Ein schöner, sauberer Teich ist nämlich nicht nur für Flora und Fauna gut, sondern auch ein touristisches  Aushängeschild der Stadt.

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