Ratsversammlung : Mühlenhofschule bleibt ein Zankapfel

Die Grundschule am Mühlenhof liegt in einem sozialen Brennpunkt und hat viele Schüler mit ausländischen Wurzeln.
1 von 2
Die Grundschule am Mühlenhof liegt in einem sozialen Brennpunkt und hat viele Schüler mit ausländischen Wurzeln.

SPD-Antrag zur offenen Ganztagsschule wurde vertagt. Thema soll auf der Ratssondersitzung am 17. Dezember erneut auf die Tagesordnung

von
28. November 2013, 13:45 Uhr

Für die SPD ist zum Thema Mühlenhofschule inzwischen fast alles gesagt. „Wir sollten anfangen“, begründete Ratsherr Bernd Delfs den Antrag seiner Fraktion, die Grundschule möglichst zum Schuljahr 2015/16 zu einer offenen Ganztagsschule zu erweitern.

Das sei auch so mit der Schule abgesprochen, sagte Delfs am Dienstag in der Ratsversammlung. Danach solle die Mühlenhofschule eigenständig unter Leitung eines Moderators und in Abstimmung mit dem Schulamt und der Verwaltung ein pädagogisches Konzept entwickeln, auf dem dann die baulichen Veränderungen aufbauen. Delfs: „Es darf uns kein Kind verloren gehen. Die offene Ganztagsschule bietet sehr viele Chancen in diesem problematischen Quartier.“

Mit diesem Vorstoß traf die SPD aber auf Verwunderung und Kritik seitens der FDP und CDU. Für Marianne Lingelbach (FDP) ist die „Ganztagsschule – ob offen oder gebunden – noch nicht entschieden“. Im April habe die Verwaltung eine Vorlage zurückgezogen, um Ruhe einkehren zu lassen. Lingelbach: „Machen wir als Selbstverwaltung nicht den gleichen Druck, den die Verwaltung schon einmal ausgeübt hat.“

Deutlicher in ihrer Kritik wurde Britta Einfeldt (CDU). Ein ähnlicher Antrag sei schon in der Schulkonferenz abgelehnt und dann von der Ratsversammlung zurückgezogen worden. „Jetzt in der neuen Legislatur versuchen Sie erneut, den Schulfrieden zu stören“, sagte sie an die SPD adressiert, was Bernd Delfs mit den Worten quittierte: „Das ist eine Frechheit.“

Inhaltlich gab Britta Einfeldt zu bedenken, dass der nötige Bau einer Mensa Kritik an der Schule ausgelöst habe. Das pädagogische Konzept sei noch in Arbeit – und das dauere. Außerdem monierte Britta Einfeldt, dass der Antrag nicht zuvor im Schulausschuss behandelt wurde.

BFB/Piraten und Grüne unterstützten den SPD-Vorstoß. „Wir können nicht verstehen, dass man nicht über seinen Schatten springt und interfraktionell eine Lösung sucht“, sagte Esther Hartmann (BFB). Hans Heinrich Voigt von den Grünen bekannte sich als Anhänger einer gebundenen, also verpflichtenden, Ganztagsschule. „Aber das steht aus Kostengründen leider nicht zur Diskussion“, sagte er. Der SPD-Antrag lasse alle Spielräume, die offene Ganztagsschule gemeinsam mit der Mühlenhofschule zu entwickeln.

Mit den Stimmen der CDU wurde der Antrag vertagt. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Uwe Döring reagierte sauer. „Wie oft wollen wir uns eigentlich treffen – täglich? Die Mehrheiten werden sich nicht ändern bis zum nächsten Mal“, sagte Döring und kündigte an, das Thema auf die Tagesordnung der Ratssondersitzung am 17. Dezember zu setzen.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen