Museum in Neumünster : Mord, Herrscher, Rebellion und Sommergefühle

Sylt, Hiddensee, Mallorca: Wie sich die Inseln, der Tourismus und und die Bademoden im Lauf der Zeit in den drei Ferienparadiesen veränderte, zeigt die Ausstellung „Reif für die Insel“, die das Museum ab 23. April präsentiert.
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Sylt, Hiddensee, Mallorca: Wie sich die Inseln, der Tourismus und und die Bademoden im Lauf der Zeit in den drei Ferienparadiesen veränderte, zeigt die Ausstellung „Reif für die Insel“, die das Museum ab 23. April präsentiert.

Tuch + Technik versucht sich auch 2018 als buntes Schaufenster für Zeit- und Kunstgeschichte.

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14. Januar 2018, 07:45 Uhr

Neumünster | Das Museum Tuch +Technik bleibt seinem Motto treu und will sich auch 2018 wieder als buntes Kaleidoskop für Kunst-, Sozial- und Zeitgeschichte präsentieren – ohne dabei den Bezug zu Neumünster als ehemaliger Textilstadt zu verlieren. Das ergibt sich aus dem Jahresprogramm von Tuch + Technik, das Museumschefin Astrid Frevert gestern gemeinsam mit Museumspädagogin Anja Pöpplau und der Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Dorothe Jacobs, vorstellte.

Frevert zeigte sich dabei optimistisch, dass mit dem Programm auch 2018 das selbstgesteckte Ziel, wieder 15 000 bis 20 000 Besucher in das Museum zu locken, erreichbar sei. Das Museum könne wiederum mit attraktiven Dauerausstellungen und besucherstarken Sonderveranstaltungen punkten, sagte die Museumsleiterin. Das Haus habe einen guten Lauf und könne mit einem rund 160 Mitglieder starken Förderverein auf einen guten Unterstützer setzen.

Daran ändert der Museumschefin zufolge auch die Tatsache nichts, dass das Museum ausgerechnet in seinem Jubiläumsjahr eine Delle bei den Besucherzahlen hinnehmen musste: 2017, im zehnten Jahr des Bestehens am Kleinflecken, flanierten rund 16 000 Besucher durch die Ausstellungshallen, 2016 waren es rund 17 000.

Stolz ist das Leitungsteam des Museum auch auf seine museumspädagogische Arbeit. Vor drei Jahren war das Museum erstmals vom Museumsverband Schleswig-Holstein zertifiziert worden. Die Jury hob dabei besonders die „zielgruppenorientierte Vermittlungsarbeit“ der Neumünsteraner hervor. 2017 besuchten rund 2000 Schüler aus über 50 Schulen rund 90 Veranstaltungen. Das Museum hat inzwischen ein breites Spektrum an altersgerechten Vermittlungsangeboten. So können schon Kita-Kinder eine kleine Motte auf ihrem Flug durch die Austellungshallen begleiten, Schulkinder sich altersgerecht den „Weg von der Wolle zur Decke“ erklären lassen. Aber auch für die Großen bereiten die Museumsmacher Spannendes vor: So können sich Besucher in diesem Sommer erstmals in eine „Sonderkommission“ berufen lassen, die den „Mord in der Textilfabrik“ aufklärt und dabei quasi nebenbei Interessantes über den „Tatort“ erfährt.

Weitere Höhepunkte:

Die erste große Austellung im Museum startet am 23. März. Unter dem Titel „Reif für die Insel“ geben rund 500 Exponate bis in den August Aufschluss darüber, wie sich Tourismus, Strandleben und Bademoden auf Mallorca, Sylt und Hiddensee im Laufe der Zeit verändert haben.

Ab April geben großformatige Fotos des Neumünsteraner Pressefotografen Walter Erben einen Einblick, wie die Jugendrebellion der „68er“ vor 50 Jahren das Leben in Neumünster verändert und geprägt hat.

Ab dem 7. September zeigt die in Neumünster geborenen und heute in Wien lebende Textilkünstlerin Beate von Harten ihre Interpretation der Lebensgeschichte des Sassanischen Herrschers Chosrau I., der seine Winter im 6. Jahrhundert angeblich auf sagenhaften orientalischen Teppichen verbracht haben soll.

Zum Auftakt des Webermarktes am 20. und 21. Oktober, gibt das Museum einen Überblick über die zahlreichen Facetten des textilen Handwerks.

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