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„Josef“ im Theater : Modernes Musical über Schuld und Vergebung

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

70 Kinder und Jugendliche zeigten, welches schauspielerische, gesangliche und musikalische Können in ihnen steckt.

Neumünster | Einen Oster-Nachklang gab es am Donnerstagabend im Theater der Stadthalle: Vor vollem Haus gastierte das christliche Mitmach-Musical „Josef“ des Karlsruher Veranstalters Adonia am Kleinflecken. 70 Kinder und Jugendliche aus Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen zeigten den 570 Besuchern, welches schauspielerische, gesangliche und musikalische Können in ihnen steckt.

Während eines Musicalcamps in Bremen hatten die Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren die Bibelgeschichte über den alttestamentarischen Stammvater Josef (Genesis 37) vier Tage lang in einer modernisierten Fassung einstudiert. Neumünster war die zweite Station der viertägigen Musical-Tour.

„Die Kinder können sich kreativ im musischen Bereich entfalten, der Glaube steht dabei im Mittelpunkt“, sagte die Projektleiterin Katrin Schwenck von der Andreaskirchengemeinde. Ihre Tochter Sölvi (15) war die einzige Teilnehmerin aus Neumünster.

Nachdem die Aufführung des Musicalcamps im vergangenen Jahr in den Holstenhallen statt gefunden hatte, stand die Schwalestadt im dritten Jahr in Folge auf dem Tourneeplan. „Eine Herausforderung war es, Gastfamilien für die Kinder zu finden“, sagte Mitorganisator Andre Springhut und dankte dem Jugendverband für seine Unterstützung.

In rund eineinhalb Stunden brachten die jungen Gläubigen ein lebendiges Theaterstück auf die Bühne, bei dem sie mit ansteckender Freude gesprochen, viel gesungen und auch selbst musiziert haben.

In der Geschichte um Josef, Sohn Jakobs und Rahels, geht es um Schuld und Vergebung, die in Versöhnung endet. Der Träumer Josef hat zehn Geschwister, die voller Neid und Eifersucht sind, weil Josef der Lieblingssohn des Vaters ist. Kritik am hierarchischen System Gott-König-Vater ist tabu, daher lassen die Geschwister ihre Wut über die väterliche Ungleichbehandlung an ihrem Bruder aus. Sie verprügeln und demütigen Josef und verkaufen ihn als Sklaven, während sie ihrem Vater die Lüge auftischen, Josef sei von Tieren gefressen worden. Trotz Schmerz und Angst gibt Josef nicht den Glauben an Gott auf und schafft daher einen gesellschaftlicher Aufstieg.

Frauen spielen in dem Musical eine untergeordnete oder boshafte Rolle. So taucht Josefs Mutter gar nicht auf, und die Frau seines Gönners bezichtigt Josef der Vergewaltigung. Das Ende verläuft glücklich, der nach tiefem Fall wieder hoch angesehene und einflussreiche Josef gibt sich seinen Brüdern nach einer List zu erkennen und sie versöhnen sich.

Mit einem Riesenapplaus und Fußgetrappel dankte das Publikum den strahlenden Darstellern. „Ich finde es super, wie begeistert sich die Jugendlichen engagieren. Ich war bereits im vergangenen Jahr bei einer Aufführung. und mir gefällt es hier im Theater viel besser. Der christliche Hintergrund der Geschichte ist mir wichtig, cool finde ich die Mischung mit heutigen, modernen Elementen“, sagte die Besucherin Angela Harms, die dem Christus-Centrum an der Peterstraße angehört.

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