Neumünster : Models in Müll-Mode

Milena Grasnick (18) aus Brokstedt (links) und Jennifer Sparka (19) aus Brachenfeld präsentieren ihre entworfene Kreation.
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Milena Grasnick (18) aus Brokstedt (links) und Jennifer Sparka (19) aus Brachenfeld präsentieren ihre entworfene Kreation.

Klaus-Groth-Schüler boten in der Gerisch-Stiftung eine ganz besondere Schau.

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19. Februar 2018, 11:00 Uhr

Neumünster | Die Räume und Flure der Herbert Gerisch-Stiftung waren schnell mit Besuchern gefüllt. „Trashion & wigs“ hieß die Modenschau, die im Kunstunterricht des 11. und 12. Jahrgangs der Klaus-Groth-Schule erarbeitet worden war. Die Modekreationen hatten die Schüler aus Recyclingmaterial zusammengestellt.

Das Erste, das man von den jungen Designern wahrnahm, war das Knarren der Dielen unter eiligen Schritten und die aufgeregten Stimmen, die aus dem oberen Stockwerk gedämpft zu hören waren. Dort bereiteten sich die Elft- und Zwölftklässler auf ihren großen Auftritt vor. Fast drei Monate hatte das Anfertigen der aufwändigen Kostüme und Perücken gedauert, die im Unterricht ihrer Kunstlehrerin Inge Pries entstanden waren und an diesem Abend präsentiert wurden.

„Ich musste mein Kostüm mehrmals wieder auseinander nehmen und viel herumprobieren. Nicht nur das Design, auch die Funktionalität war für das Ergebnis entscheidend“, berichtete Jennifer Sparka (19).

Das Projektthema „Mode aus Recyclingmaterial“ hatte Inge Pries vorgegeben. Auch die Zusammenarbeit mit der Firma Behrendt, bei der die Schüler nach Belieben Abfallmaterial sammeln durften, war im Vorfeld organisiert worden. „Außerdem mussten wir darauf achten, Taille und Hals zu betonen. Die Mädchen sollten ein Korsett tragen und die Jungen einen Brustpanzer“, erklärte Milena Grasnick (18). „Ansonsten arbeiteten wir völlig frei. Die meisten von uns sind dabei vom Material ausgegangen, das wir gefunden haben. Nach und nach haben wir dann daraus unsere Ideen entwickelt.“ Die Ergebnisse konnten sich sehen lassen.

Brigitte Gerisch begrüßte die Gäste und erinnerte an die immer stärker werdende Verbindung von Mode und Kunst. Zudem berichtete sie über die Kooperation zwischen der Klaus-Groth-Schule und der Gerisch-Stiftung.
Nachdem auch Ralf Ketelhut (Betriebsleiter Firma Behrendt), Jörg Jesper (Schulleiter KGS) und Wilhelm Bühse (Museumspädagogik Gerisch-Stiftung) zur Begrüßung gesprochen hatten, ertönte plötzlich futuristische Musik aus den Lautsprechern und die ersten Models „schwebten“ die Treppe des Eingangsbereichs hinunter. Für ihren Auftritt hatten die Jugendlichen gemeinsam mit Inga Hilscher, der Fachlehrerin für Darstellendes Spiel, eine umfangreiche Choreografie entwickelt. An bestimmten Punkten der Treppe blieben sie stehen und warfen sich in eine Pose, die das Thema ihres Kostüms unterstrich. Daraufhin schritten sie in unterschiedlichen Richtungen durch die Räume des Erdgeschosses, tauchten in der gegenüberliegenden Tür wieder auf und verschwanden, um kurz darauf erneut am oberen Treppenabsatz zu erscheinen. Dabei fiel besonders auf, wie unterschiedlich die Einfälle der Schüler waren und wie viel kreatives Potenzial in ihnen geweckt worden war.

„Die meisten Ideen kamen von uns selbst. Jeder hat sein eigenes Konzept entwickelt. Nur wenn wir Schwierigkeiten hatten, haben Inge Pries und Wilhelm Bühse uns Tipps gegeben“, erzählte Jennifer Sparka (19). Am Ende des Abends sammelten die Teilnehmer Spenden für den Abi-Ball. Die Erinnerung an „trashion & wigs“ wird sie sicher auch noch über ihren Schulabschluss hinaus begleiten.

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