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Freiherr-vom-Stein-Schule : Modellschule für digitale Medien

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Freiherr-vom-Stein-Schule nimmt als eine von 20 Schulen im Land an einem besonderen Projekt teil. Gestern kam die Ministerin.

Neumünster | Die Initiative ging eigentlich von den Schülern der Freiherr-vom-Stein-Schule aus. Sie waren unzufrieden, dass sie ihre digitalen Medien nicht in der Schule nutzen durften. Handys und MP3-Player waren verboten. Nur besonders technikbegeisterte Lehrer nutzten das Internet im Unterricht. Schließlich traten die Schüler mit ihren Wünschen an die Lehrer heran. Und das Kollegium reagierte: Es zeigte sich offen und erarbeitete nach und nach ein Konzept. Seit dem laufenden Schuljahr ist die Gemeinschaftsschule an der Schillerstraße Modellschule für das Lernen mit digitalen Medien. Das Projekt wird vom Bildungsministerium finanziell unterstützt und vom Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen fachlich begleitet. Gestern schaute sich Ministerin Britta Ernst erste Ergebnisse an.

Insgesamt wurden bei einem Wettbewerb 20 Schulen unterschiedlicher Schularten im ganzen Land für das Projekt ausgewählt. Die Stein-Schule mit 591 Schülern und 45 Lehrern ist die einzige in Neumünster und erst seit dem laufenden Schuljahr offiziell dabei. Es hat sich jedoch bereits viel getan: Eine Steuergruppe Medien aus fünf Lehrern wurde ins Leben gerufen. Alle Kollegen hatten zuvor kaum spezielle Fachkenntnisse. Ole Cramer unterrichtet Technik und Mathe, Rektorin Maike Schubert Sport und Deutsch, Olaf Hubert Mathe und Physik, Lars Röscheisen Mathe und Sport und Stefanie Grams ist Sozialpädagogin. Gemeinsam meisterte das Team manche technische Hürde. Hilfe wurde nur im Notfall eingekauft. Mittlerweile hat die Schule eine eigene Plattform und W-Lan. 700 Geräte, davon rund 400 Handys von Schülern der fünften bis zehnten Klasse, sind angeschlossen. Wer kein eigenes Gerät hat, kann in der Schule zeitweilig eins ausleihen.

Mit der neuen Technik können sich Schüler, Lehrer und zum Teil auch die Eltern nicht nur per Mail austauschen. Es gibt ferner die Möglichkeit Unterrichtsmaterial online zur Verfügung zu stellen, dort Präsentationen zu erarbeiten, zu recherchieren oder Termine zu verwalten. Viele Verbesserungen und Neuerungen werden noch erarbeitet. Zu dem neuen Konzept gehört außerdem, dass die Schüler ihre eigene Musik hören können, wenn es in einer Lernphase oder in der Pause sinnvoll ist.

Bevor alles losging, wurden diverse verbindliche Regeln erarbeitet. So sind zum Beispiel die digitalen Medien in der Mensa, den Umkleideräumen und den Sportanlagen tabu. Allem voran wird der Datenschutz sensibel bewertet. Die Zugänge sind strikt gesichert. Workshops und Fortbildungen sollen das Wissen rund um die Technik stetig erweitern.

Philip Goede aus der 8. Klasse hat die Umstellung miterlebt. „Ich finde digitales Lernen richtig gut. Es ist geordneter, übersichtlicher“, sagt er. Er nutzt das Angebot mit seinem Smartphone. Viele Eltern waren laut Elternbeiratsvorsitzende Claudia Hoke erst skeptisch. „Das war aber eher die eigene Unkenntnis“, meint sie. Mittlerweile hört sie begeisterte Stimmen. Für Schulrat Jan Stargardt hat die Stein-Schule in Bezug auf die neuen Medien eine Vorreiterrolle. Damit liegt er mit Schulleiterin Maike Schubert auf einer Welle. Sie sagt: „Die Schule muss ihren Auftrag in der Medienbildung annehmen.“

Wer denkt, dass alle Stein-Schüler nur mit Smartphones und Stöpsel im Ohr zu finden sind, irrt. Das Angebot in den Pausen und im Ganztagsbereich zeigt ein anderes Bild: Sport, Musik, Werken, Kunst oder Entspannung spielen eine große Rolle. Und auch die Klassenarbeiten werden noch ganz klassisch geschrieben: Mit Stift und Papier.

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erstellt am 12.Feb.2016 | 11:34 Uhr

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