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Holsteinischer Courier

24. Oktober 2017 | 05:01 Uhr

Museum : Mode und Musik aus der Zeit von Ravel

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Eleganz in der Mode, im Vortrag und auf dem Laufsteg gab es im Museum Tuch + Technik zu sehen.

shz.de von
erstellt am 22.Jul.2017 | 08:00 Uhr

Neumünster | Mit viel Anmut und Grazie versetzten die Schüler der Ballettschule Tavormina die knapp 100 Gäste im Museum Tuch+Technik am Donnerstagabend in die Modewelt der Zeit des Komponisten Maurice Ravel (1875 - 1937). Es war eine Veranstaltung des Rahmenprogramms „Welt der Klänge“ des Schleswig-Holstein Musik-Festivals (SHMF), das der ehrenamtliche Neumünsteraner Beirat organisierte. Ravel steht in diesem Jahr im Mittelpunkt des SHMF.

Dr. Annette Falkenberg schilderte zunächst die Zeit der Belle Epoque und ihrer schillernden Eleganz – besonders der Oberschicht. „Mit Beginn des 20. Jahrhunderts gab es dann tiefgreifende politische und gesellschaftliche Veränderungen, die auch die Mode beeinflussten, wie auch die Musik von Ravel. Die Kleider wurden einfacher, gerade geschnitten und breitere Kreise kamen an die Mode“, berichtete sie.

Neue Stoffe und neue Technologien förderten diesen Prozess, damit war auch die Mode kurzlebiger geworden. Es sei eine regelrechte Revolution gewesen, meinte Annette Falkenberg. „Mit Coco Chanel war ein neuer moderner Stil geboren, er stand für Freude und Spaß“, sagte sie. Vielfältige Accessoires von der kleinen Kappe bis zum riesigen Hut und langen Perlenketten bestimmten den Trend. Mit dem Charleston kam nicht nur ein neuer Tanz aus Amerika, sondern auch eine eigene Mode. „Das war nichts für Gebrechliche“, kommentierte sie, und zwei Elevinnen gaben eine hübsche Kostprobe. Die Moderatorin fügte hinzu: „Die Beine rückten in den Blickpunkt.“ Marlene Dietrich habe in den 30er-Jahren die Hose für die Dame salonfähig gemacht.

Nach der Einführung bestimmten die Ballettschülerinnen den Laufsteg. Es war eine Augenweide, die eleganten Damen in den hübschen Roben zu sehen, sowohl in Tages- als auch Abendkleidern. Mit viel Fachkenntnis und Aufwand stimmten auch die Kleinigkeiten von Hut bis Handtasche und zu den Handschuhen. Dr. Falkenberg stieg zu den Models auf den Laufsteg, um die Zuschauer noch auf ganz bestimmte Nuancen wie Faltenwurf oder Knopfleisten aufmerksam zu machen. Für jede der Damen gab es herzlichen Applaus.

„Ich bin begeistert – auch deshalb, weil es zu den Kleidern noch interessante Details gibt“, sagte die Zuschauerin Birgit Enghusen aus Neumünster am Ende einer gelungenen Veranstaltung.

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