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Kinderferiendorf : „Mittagsschlaf fanden wir blöd“

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Courier-Leser erinnern sich an ihre Zeit im Kinderferiendorf. Hannelore Harder hat sogar noch eine alte Zeitungsseite von 1963 entdeckt.

Neumünster | An ihre Zeit im Kinderferiendorf (KFD) kann sich Hannelore Harder noch gut erinnern – und sie kann es vor allem auch nachlesen. In alten Alben fand sie eine Zeitungsseite von der Courier-Ausgabe 25./26. Mai 1963 mit einem Bericht über das Dorf. Das Besondere: Sie ist auf einem der Bilder zu sehen – aber nicht mit ihrem Gesicht. „Das Mädchen, das vorne eine ,Brücke’ turnt – das bin ich“, sagt die Wittorferin schmunzelnd.

Auf dem großen Foto sind lachende und fröhliche Kinder zu sehen. Die Bildunterschrift lautet: „Hier tollen die Neunjährigen der Mühlenhofschule vor einem der Aufenthaltshäuser. Wie man sieht, wird hier kein Trübsal geblasen.“ Im Bericht wird im dritten Jahr des Kinderferiendorfs beschrieben, dass sogar Besucher aus Afrika und Skandinavien diese „in Schleswig-Holstein einmalige Einrichtung“ besuchten und vor allem der Alltag. „Heimweh – im Kinderferiendorf unbekannt“, lautet der Titel.

Essen wird „speziell auf die Kinder zugeschnitten, zubereitet von Frauen mit weißen Schürzen, die viel besser kochen als Mutti“. Erwähnt wird auch der tägliche Mittagsschlaf – nicht von allen geliebt: „Mittagsschlaf fanden wir blöd, wir fühlten uns ausgebremst. Aber selbst wenn wir nicht schliefen, mussten wir Ruhe geben. Doch ich und andere Mädchen haben gekichert und gelacht. Zur Strafe musste ich mal in ein Einzelzimmer.“

Auch an die Tüte voller Süßigkeiten zum Abschied kann Hannelore Harder sich erinnern. Insgesamt waren es für sie unbeschwerte Tage: „Das wurde gemacht, um den Kindern eine heile Welt zu bieten. Auch für mich war es etwas Besonderes. Ich war ein Einzelkind, und gemeinsam mit anderen herumzutollen, das war Freiheit.“ Das Bild, auf dem sie zu sehen ist, hat Hannelore Harder auch als Großformat – vermutlich aus einer SPD-Veröffentlichung, denn auf der Rückseite ist Wahlwerbung für die SPD mit„unserem Mann in Bonn, Reinhold Rehs.“

Die Neumünsteraner Serviceclubs sanieren das KFD und sammeln Spenden: www.kinderferiendorf-nms.de/

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erstellt am 07.Jul.2017 | 08:15 Uhr

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