Rathaus : Mitarbeiter sind fast fünf Wochen im Jahr krank

Die Fehlzeiten der Mitarbeiter im Rathaus sind immer noch erheblich.
Die Fehlzeiten der Mitarbeiter im Rathaus sind immer noch erheblich.

Stadtverwaltung legte den Personalbericht vor. Fast 34.500 Krankheitstage gab es 2014.

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02. Juli 2015, 06:15 Uhr

Neumünster | Die Stadtverwaltung beschäftigt 1411 Mitarbeiter – davon sind 22 Prozent Beamte und 55 Prozent Frauen. 66 Prozent arbeiten in Vollzeit, 7,5 Prozent sind schwerbehindert, und das Durchschnittsalter beträgt 46,5 Jahre. Über all diese Details des Personalberichts 2014 verloren die Mitglieder des städtischen Hauptausschusses am Dienstagabend kein Wort. Dafür war erneut der hohe Krankenstand ein Thema.

Einmal im Jahr legt Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras dem Ausschuss das Zahlenwerk vor. Demnach fehlten 2014 alle Beschäftigten zusammen an 34 477 Tagen aus Krankheitsgründen. Jeder Mitarbeiter meldete sich durchschnittlich dreimal im Jahr krank und fehlte fast fünf Wochen. Daraus ergibt sich eine Krankheitsquote von 6,7 Prozent (Vorjahr: 6,8 Prozent, der Courier berichtete). Und auch diese Zahlen sind berechnet worden: Beamte fehlten an 22 Tagen, „Arbeitnehmer“ (früher: Angestellte und Arbeiter) an 25 Tagen.

Arno Jahner (SPD) forderte den OB auf, „dieses Problem konsequent in die Hände zu nehmen“, und er fragte nach der Arbeit der Gesundheitsmanagerin, die für genau dieses Problem eingestellt wurde (der Courier berichtete). Esther Hartmann (Bündnis für Bürger) und Volker Andresen (SPD) assistierten. „Gesundheitsmanagement ist Vertrauenssache und auch eine Frage der Führung. Wir sind mit diesen Zahlen alles andere als glücklich“, sagte Andresen.

Besonders erschreckend fanden einige Mitglieder die Zahlen zum Betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM). Das wird Mitarbeitern angeboten, die innerhalb eines Jahres insgesamt länger als sechs Wochen krank waren. 206 Beschäftigte hatten 2014 das Angebot bekommen, nur 17 nahmen teil. Dazu ergänzte die Personalratsvorsitzende Sabine Heidebrecht-Rüge, die Mitarbeiter hätten sich von der Einladung „mehr bedroht als eingeladen gefühlt“, aber man habe das Schreiben umformuliert. „Die Zahlen werden jetzt besser“, sagte die Vorsitzende.

Olaf Tauras räumte ein, der Krankenstand liege mit 6,7 Prozent über dem Bundesschnitt der Städte (6,4). „Ich gebe Ihnen Recht, dass wir definitiv etwas tun müssen – und damit haben wir ja auch schon begonnen. Es ist aber ein langer Prozess“, so Tauras.

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