Max Raabe : Mit Witz, Anmut und Virtuosität

Zurückhaltend, elegant und voller Spielfreude: So präsentieren sich Max Raabe (rechts) und sein Palast Orchester.
Zurückhaltend, elegant und voller Spielfreude: So präsentieren sich Max Raabe (rechts) und sein Palast Orchester.

Max Raabe und das Palast Orchester begeisterten 2800 Besucher mit ihrer musikalischen Show in der Holstenhalle.

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09. Juli 2014, 08:00 Uhr

Neumünster | „Heute gibt es was fürs Herz.“ Heike Greve strahlt und reiht sich voller Vorfreuden in die Schlange der Wartenden vor dem Eingang zur Holstenhalle 5 ein. Gemeinsam mit ihrer Familie und 2800 weiteren Besuchern war die Aukrugerin am Montagabend auf dem Weg zu Max Raabe und seinem Palastorchester. Im Rahmen des Schleswig-Holstein Musikfestival waren der Berliner Bariton und seine 12 Musiker nach Neumünster gekommen, um ihre Fans und solche, die es noch werden sollten, mit ihren außergewöhnlichen Arrangements alter Lieder, den neuen Eigenkompositionen und gekonnt eingesetzten Lichteffekten sowie launigen Ansagen und nicht zuletzt großer Virtuosität an den Instrumenten zu verzaubern.

Zwei, bei denen das bereits zur Pause gelungen war, ließen ihrer Begeisterung freien Lauf. „Ist das nicht großartig? Das macht einfach nur Spaß!“, freute sich Ann-Susann Peters aus Bordesholm. Auch ihrem Mann Ulrich war die Begeisterung ins Gesicht geschrieben. Ebenso enthusiastisch wie seine Frau lobte er das abwechslungsreiche Repertoire und die sympathische Zurückhaltung Raabes bei gleichzeitiger Bühnenpräsenz während der Show. „Dass Max Raabe seine Musiker verdientermaßen immer wieder ins Rampenlicht stellt, gefällt mir besonders gut,“ urteilte der Lehrer für Darstellendes Spiel an der Alexander-von-Humboldt-Schule mit fachmännischem Blick.

Mit dieser Einschätzung hatte Peters den Nerv des Publikums getroffen. Spielten etwa die Bläser ihre virtuosen Fanfaren, ging ein Raunen durch die Menge, präsentierte der Pianist eine Glashafen-Darbietung und wechselte dafür an die „Hausbar“, wie Max Raabe die aufgestellten Gläser launig bezeichnete, richteten sich der Spot und sämtliche Augen der Besucher auf die Solisten. Für ihr großes musikalisches Können erhielten die Künstler immer wieder Bravo-Rufe und Zwischenapplaus.

Aber es gab auch leise Töne am Montagabend, und deren Stimmung übertrug sich sofort aufs Publikum. Während der A-cappella-Darbietung „Guter Mond, du gehst so stille“ wurde es mucksmäuschenstill in der Halle. Ann-Susann Peters sollte Recht behalten mit ihrer Einschätzung zur Pause: „Wenn man ab und zu den Fernseher anschaltet, kommt man um Max Raabe nicht herum, und manchmal denkt man sich: Na ja! Ihn und sein Palast Orchester jedoch live zu erleben, ist ein ganz besonderes Erlebnis, das vieles, was ich bisher gesehen habe, in den Schatten stellt.“

Nach zweieinhalb Stunden und drei Zugaben verließen 2800 begeisterte Gäste eine in jeder Hinsicht gelungene Veranstaltung.

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