zur Navigation springen
Holsteinischer Courier

23. Oktober 2017 | 14:03 Uhr

Ehndorf : Mit viel Humor durch die Bücherwelt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

„Tour de Literatur“: Mit seinem neuen Buch bietet Jochen Korte einen „respektlosen Spaziergang durch die Geschichte der Literatur“.

shz.de von
erstellt am 17.Jan.2016 | 10:00 Uhr

Ehndorf | „Ich verehre Goethe, und ich mag die Musik von Felix Mendelssohn Bartholdy. Was mich jedoch am meisten interessiert, sind die Beziehungen zwischen den beiden. Welchen Eindruck hinterließ der zwölfjährige Felix beim alten Goethe, als sie sich in Weimar trafen? Welchen Einfluss hatte Goethe auf den jungen Mendelssohn?“ Es sind die Zusammenhänge, die Jochen Korte beschäftigen. Der Ehndorfer Autor versteht sich als Kulturgeschichtler und Verfechter einer differenzierten Sprache. Um einen modernen Zugang zur Literaturgeschichte zu schaffen, hat er das Buch „Tour de Literatur“ geschrieben.

„An Sprache sind heute nur noch wenige Menschen interessiert“, sagte Korte. Dabei müsse man nur die Bücher aufschlagen, und schon eröffneten sich neue Welten. Bei den alten Meistern ebenso wie in der Gegenwartsliteratur, meinte der pensionierte Sonderschulrektor. „Ihr würdet Spaß haben, wenn ihr euch damit beschäftigt!“, ruft er den Nichtlesern zu.

Doch Jochen Korte grämt sich nicht. Er meint weder, dass früher alles besser war, noch lamentiert er über den vermeintlichen kulturellen Verfall. Um „Literatur attraktiver zu machen“ und „die Leute zum Lesen zu animieren“, hat sich Jochen Korte hingesetzt und eine für jedermann verständliche Literaturgeschichte verfasst. „Tour de Literatur. Ein respektloser Spaziergang durch die Geschichte der Literatur“, nennt der langjährige Autor sein im Dezember erschienenes Buch.

Korte hat sein jüngstes Werk chronologisch aufgebaut: von der Minnelyrik des frühen Mittelalters – davor gab es laut Verfasser „nur urgermanisches Grunzen“ – über die Renaissance, die Klassik und die Romantik bis hin zu Realismus, Moderne und Gegenwart. Selbst eine Zukunftsvision zum Thema „Politik und Lyrik“ liefert der Autor in seinem Buch.

Zwischen die einzelnen Kapitel streut Korte „Zwischenspiele“, wie er sie nennt. Dort erfährt der Leser auf amüsante Weise, was Erdogan mit Goethe verbindet oder wie ein Gedicht von Nietzsche klingt, wenn man es auf den Kopf stellt. Der Ehndorfer Autor geht erfrischend frech mit der Literaturgeschichte um. Fundierte Informationen ergänzt er um Inhaltsangaben in flapsigem Tonfall, Goethes Erlkönig wird von Korte gekonnt denglisiert und seine schräge Idee, moderne Menschen für Lyrik zu begeistern, indem die Abgeordneten vor jeder Bundestagsdebatte thematisch passende Gedichte vortragen sollten, ist ebenso neu wie überzeugend.

Zum Thema Erderwärmung schlägt der Pensionär Verse von Heinrich Zille vor: „Wie herrlich ist es nichts zu tun. Und nach dem Nichtstun auszuruhn.“ Jochen Korte liebt Gedichte. Und deshalb hat er nun auch seine eigenen veröffentlicht. „Überall Festival. Nimm’s dir, mach’s dir. Gedichte und
Zusammengereimtes“ ist ebenso wie die „Tour de Literatur“ im Dezember bei Eclipse Books erschienen und im Buchhandel erhältlich.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen