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Landesweites Projekt : Mit vernetztem Denken zu Visionen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Mit vernetztem Denken entwarfen Stein-Schüler einen Ideen-Katalog für den Busverkehr der Zukunft

shz.de von
erstellt am 13.Feb.2016 | 16:00 Uhr

Neumünster | Was macht Busfahren supercool? Ist es der freundliche Busfahrer, freies Internet, digitale Echtzeitanzeigen, eine Bus-Spiele-App oder ein Sofa statt einer Rückbank im Bus? Von allem etwas: 36 Freiherr-vom-Stein-Schüler wurden eine Woche lang zu Verkehrs-Visionären und tüftelten unter dem Titel „Gestalte den Busverkehr der Zukunft“ an computergestützten Modellen. Das Projekt wird veranstaltet vom Projektbüro für vernetztes Denken aus Bredeneek bei Preetz; Schirmherr ist Umweltminister Dr. Robert Habeck.

„Die Jugendlichen sollen so die Zukunft der eigenen Region gestalten, sich demokratisch einbringen, lernen, wie man mit einem realen Problem umgeht. Mit vernetztem Denken sollen sie ganzheitliche Lösungen finden und begreifen, dass alles, auch das, was man nicht macht, Auswirkungen hat“, erläuterte Hans-Werner Hansen vom Projektbüro. Er begleitete die Schüler mit Lehrerin Erika Gehrk und Franc Grimm von der Softwarefirma Consideo.

Nach einer Einführung in die Systematik gab es konkrete Punkte: eine Besichtigung der Stadtwerke, eine Bus-Testfahrt, Interviews mit Stadtplanern, Oberbürgermeister, Polizei, Seniorenbeirat und dem Behindertenbeauftragten. Danach rauchten die Köpfe: Alles wurde zusammengetragen, diskutiert, gewichtet und zu Diagrammen geformt. 183 Faktoren und 207 Verbindungen auf mehreren Ebenen wurden aufgelistet.

Was macht cooles Busfahren aus? In die Waagschale kam ein langer Katalog von digitalen Anzeigen mit Echtzeitdaten, zeitsparendem Ringverkehr, Frauenzonen, Fahrradanhänger und „Entertainment im Bus“ durch freies Internet, Spiele-Apps oder Stadt-Fernsehen. Beim Aspekt Sicherheit befanden die Schüler Überwachungskameras, einen Promilleprüfer für den Busfahrer, einen Panikknopf und gut beleuchtete Haltestellen für wichtig. „Wirklich wichtig wäre besonders Pünktlichkeit. Sonst muss ich eine halbe Stunde warten“, sagt Hanna Grimm (15) aus Bordesholm. Für freies Internet plädiert Anna-Lena Thoma (14): „Heutzutage hat jeder Drittklässler ein Handy – für den Kontakt zu den Eltern oder um bei Problemen Alarm zu schlagen. Die Busse müssen mit diesem Trend mitwachsen.“

Für ihre Ideen erhielten die Schüler viel Beifall von Mitschülern und Landtagsabgeordneten. „Vieles davon ist schon in Planung, aber wir werden den Kontakt halten“, lobte Sonja Kessal, Leiterin der SWN-Verkehrsbetriebe. „Komplexes Denken ist bei uns schon üblich, aber so hätten wir es uns ohne die SWN nicht leisten können. Für die Schüler ist es ein weiterer Schritt in die Realität“, sagte Schulleiterin Maike Schubert.

Das Projekt läuft bundesweit; die Stein-Schule machte in Schleswig-Holstein den Auftakt. Das Projektbüro plant, in Zusammenarbeit mit den Aktiv-Regionen an weiteren Schulen die „Vernetzt“-Projekte mit anderen Inhalten zu veranstalten.

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