Neumünster : Mit Unterstützung auf Sendung gehen

Die „Radiopioniere“ erkunden ihren Arbeitsplatz. Der Workshop-Beitrag von Kristiane Kabel und Julian Radtke wurde im Studio 1 aufgenommen und wird später gesendet werden.
Die „Radiopioniere“ erkunden ihren Arbeitsplatz. Der Workshop-Beitrag von Kristiane Kabel und Julian Radtke wurde im Studio 1 aufgenommen und wird später gesendet werden.

Das Freie Radio Neumünster sucht Radiopioniere und veranstaltet Workshops für Einsteiger.

shz.de von
30. Juli 2018, 11:00 Uhr

Neumünster | „Wir suchen immer nach neuen Mitgliedern, die Lust auf Radio haben”, sagt Stefan Tenner vom Freien Radio Neumünster. Er koordiniert den ersten freien Radiosender der Stadt und veranstaltete zusammen mit dessen Mitgliedern am Wochenende einen Einstiegsworkshop für Interessierte.

Die Räumlichkeiten des Senders direkt über der Buchhandlung Krauskopf am Großflecken sehen noch etwas kahl aus. Im Versammlungsraum stapeln sich Stühle an der Wand. In der Ecke steht ein knautschiges Ledersofa. An dem großen Tisch in der Mitte tummelten sich die Teilnehmer des Workshops und arbeiteten an ihren eigenen Projekten. Kristiane Kabel und Julian Radtke fragten sich, wie es um das Thema Ehrenamt bei Jugendlichen bestellt ist. Sie führten Telefon-Interviews mit Freiwilligen Feuerwehren und gingen der Frage auf den Grund, ob Jugendliche heutzutage überhaupt noch ehrenamtlich tätig sind.

Ihr Beitrag wurde im Studio aufgenommen. Mit der Technik waren sie im Voraus vertraut gemacht worden. Für Kristiane Kabel ist Radio noch Neuland. „Ich bin über eine Freundin mit dem Radio in Kontakt gekommen“, erzählte die Erzieherin. Einen eigenen Beitrag hat sie aber noch nicht erstellt. Ihr Projektpartner Julian Radtke ist der Erfahrene. Er arbeitete bereits für den privaten Radiosender R.SH und einige Webradios. Zuhause steht sein eigenes Mischpult mit Mikrofon, an dem er eigene Beiträge aufnimmt. Die Hintergründe der zukünftigen Radiomacher sind vollkommen unterschiedlich. Besondere Vorkenntnisse werden nicht gefordert.

„Man muss am Workshop teilnehmen und Mitglied im Verein sein, um mitmachen zu können“, so Stefan Tenner. In den Workshops, die alle zwei Monate stattfinden, wird nicht nur die Technik erklärt, sondern auch juristisches Hintergrundwissen vermittelt. Man beschäftigt sich mit Urheberrecht, Persönlichkeitsrechten und dem rechtlichen Status des Freien Radios.

Momentan ist die zukünftige Finanzierung des ersten nicht-kommerziellen Radiosenders Schleswig-Holstein noch ungewiss. Die Förderung durch die Medienstiftung Hamburg Schleswig-Holstein ist ausgelaufen. Die Stadt Neumünster springt zwar noch ein, indem sie die Räumlichkeiten zur Verfügung stellt. Doch der Sender ist auf Spenden und neue Mitglieder angewiesen. Schließlich hofft man, am Ende diesen Jahres auf UKW senden zu können, was zusätzliche Kosten verursacht.

Aber es geht nicht nur ums Geld. „Wir brauchen motivierte Menschen, die uns ihre Zeit spenden und ihre Stimme erheben wollen.“ Denn man will lokalen Themen Raum geben, „von unten“ berichten. Menschen sollen zu Wort kommen und Probleme ansprechen. In Zukunft ist beispielsweise ein Frauen-Magazin geplant, in dem Neumünsteranerinnen ihre Themen setzen können. „Da werde ich auf jeden Fall mitmachen”, meinte Kristiane Kabel.

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