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Holsteinischer Courier

16. Dezember 2017 | 01:08 Uhr

Kunstflecken : Mit Tempo und glockenreiner Stimme

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

„Los Temperamentos“ überzeugten im Volkshaus rund 130 Zuhörer vom besonderen Reiz lateinamerikanischer Barockmusik

von
erstellt am 15.Sep.2015 | 12:00 Uhr

Neumünster | Der Kunstflecken zog am Sonntagabend 130 Musikliebhaber zu einem wunderschönen Konzert ins Volkshaus. Das Ensemble „Los Temperamentos“ gab am Hürsland berührende Einblicke in die frappierend lebendige Barockmusik Lateinamerikas.

Unter dem Titel des aktuellen Programms Da la Conquista y otros Demonios („Von der Eroberung und anderen Dämonen“) luden die fünf versierten Musiker das Publikum ein auf „eine Reise von der alten in die neue Welt“, wie die Sängerin Swantje Tams Freier einleitend ihrem Publikum zur Einstimmung erklärte.

Mit ihrem glockenreinen Sopran und kugelrundem Babybauch nahm die junge Sängerin die Zuhörer im Nu für sich ein. Spielerisch sang sie sich durch die menschlichen Leidenschaften: Mal hob sie ihre Stimme gellend an, dass man zusammenzuckte – überrascht von so viel stimmlicher Kraft. Und in einer anderen Passage ließ die professionelle Sängerin ihre Stimme wieder versöhnlich und zart klingen.

Ob erotischer Tanz oder Liebeslied, ob instrumental oder mit Gesang: Das temperamentvolle Ensemble aus Cello, Cembalo, Blockflöte und Gitarre spielte furios, authentisch und mit sichtbarer Freude.

„Jeder bringt auch noch seine persönliche musikalische Biografie mit ein“, meinte Hugo Miguel de Rodas Sanchez. Er spielte die Barockgitarre und die Erzlaute, ein barockes Zupfinstrument mit 14 Saiten. „Wir haben alle in Bremen Alte Musik studiert und uns dabei gefunden. Das Besondere an diesem Musikstil ist der außergewöhnliche Rhythmus, der ganz anders ist als europäische Barockmusik“, erklärte er. Und er erzählte, dass der typische Klang des Cembalo daher rührt, dass es über die Tasten gezupft wird und nicht angeschlagen wird wie beim Klavier.

Das Publikum im Volkshaus war hingerissen von diesem Vortrag und spendete Bravo-Rufe. „Ein unglaubliches Konzert! Ich hatte keine genaue Vorstellung, was mich erwartet. Toll ist auch, dass die Musiker ohne die übliche Elektronik auskommen“, meinte Besucher Jörn Griebel aus Tasdorf anerkennend.

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