Ausstellung : Mit Sport gegen Einsamkeit im Alter

Stadtpräsident Friedrich-Wilhelm Strohdiek (links) und Mike Lindner, der Seniorenbeauftragte des Kreissportverbandes, freuen sich über die Ausstellung zum Thema Seniorensport.
Stadtpräsident Friedrich-Wilhelm Strohdiek (links) und Mike Lindner, der Seniorenbeauftragte des Kreissportverbandes, freuen sich über die Ausstellung zum Thema Seniorensport.

„Jung und gesund älter werden“: Vereine präsentieren ihre vielseitigen Angebote für ältere Bürger im Rathaus-Foyer.

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10. Dezember 2014, 06:30 Uhr

Neumünster | Altwerden möchte am liebsten jeder, aber alt sein will keiner. Dabei gehört beides zum Leben dazu. Das betonte Mike Lindner gestern während seiner Begrüßungsrede. Gestern eröffnete der Seniorenbeauftragte des Kreissportverbandes Neumünster gemeinsam mit Stadtpräsident Friedrich-Wilhelm Strohdiek die Ausstellung „Jung und gesund älter werden“ im Rathaus-Foyer. Auf großen Schautafeln präsentieren acht der insgesamt zwölf Neumünsteraner Mehrspartenvereine ihre Seniorenangebote.

„Und davon gibt es in Neumünster jede Menge“, berichtete Lindner. „Über altbekannte Stuhlkreise und einfache Rückengymnastik gehen die Angebote weit hinaus“, so der Seniorenbeauftragte. Heute böten manche Vereine sogar Yoga, Nordic-Walking und Pilates für Senioren an. Wer es weniger exotisch mag, für den stehen gemeinsame Radtouren oder Häkelbüdel-Clubs auf dem Programm. Denn zum Wohlbefinden gehören neben körperlicher Betätigung auch soziale Kontakte. Sie unterstützen die Selbstständigkeit und fördern die geistige Fitness. Dieses Bewusstsein wollen der KSV und die Stadt schärfen.

Laut einer repräsentativen Umfrage der Stadt von 2003 verbringen 90 Prozent der älteren Menschen ihre Freizeit vor dem Fernseher, 68 Prozent lesen viel, immerhin 63 Prozent gehen regelmäßig spazieren, aber nur 19 Prozent der Senioren sind Mitglied in einem Verein oder Verband. „Diese Ergebnisse haben sich gut zehn Jahre nach der Umfrage kaum verändert“, bedauerte Mike Lindner. Dabei richteten sich die Wohlfahrtsverbände, die Kirchen und die Sportvereine mit ihren Angeboten explizit auch an die ältere Generation. Neumünster gehöre mit seinem Seniorenbüro zu einer der wenigen Städte mit einer derartigen Anlaufstelle.

Institutionen und Vereine haben längst erkannt, wie wichtig Geselligkeit nicht nur für den Einzelnen, sondern für die gesamte Gesellschaft ist. In Zeiten, da Großfamilien kaum noch eine Rolle spielen und auch viele ältere Menschen alleine leben, kann die Vereinsamung zum Problem werden. Im Sportverein, in welcher Disziplin auch immer, trifft man auf Gleichgesinnte – ein Aspekt, der nicht zu unterschätzen ist.

Das weiß auch Margret Bärwald. Die 77-jährige Rentnerin engagiert sich seit 35 Jahren im Kneipp-Verein Neumünster (auch er präsentiert sich in der Ausstellung). „Sebastian Kneipp war ein kluger Visionär. Bereits vor 100 Jahren hat er vor Stress und ungesunder Lebensweise gewarnt. Das Glück lag für ihn im Gleichgewicht zwischen Körper und Seele“, erklärte Margret Bärwald. Seit dem Tod ihres Mannes gibt ihr die regelmäßige Vereinsarbeit viel Halt und gesellschaftliche Teilhabe. Für ihr langjähriges Engagement beim Projekt „Komm mit – mach mit“, mit dem der Kneipp-Verein Kinder von den Vorzügen eines gesunden Frühstücks überzeugen will, erhielt Margret Bärwald das silberne Kneipp-Abzeichen.

Interessierte Bürger können sich noch bis zum 9. Januar während der Öffnungszeiten im Rathaus-Foyer über die Angebote der verschiedenen Vereine informieren.

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