Inventur : Mit Scanner und Block auf Fehlersuche

Yvonne Kordts (von links), Birgit Tomaschewski und Katja Voßbeck aus dem Logistik- und Lagerwesen von Nortex überprüfen den Warenbestand in der Wäscheabteilung.
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Yvonne Kordts (von links), Birgit Tomaschewski und Katja Voßbeck aus dem Logistik- und Lagerwesen von Nortex überprüfen den Warenbestand in der Wäscheabteilung.

Jetzt sind in vielen Geschäften wieder Mitarbeiter mit der Aufnahme der Warenbestände beschäftigt. Diebstähle werden aufgedeckt.

shz.de von
06. Januar 2015, 06:00 Uhr

Neumünster | Neumünster  Die Mitarbeiter aus der Abteilung Logistik- und Lagerwesen haben schon alles vorbereitet: Die mobilen Handscanner liegen  bereit, und die Regalzettel sind gedruckt: Am  Sonntag steht bei Nortex die Inventur an. Rund 140 Mitarbeiter und Aushilfen sind dann von 8 bis etwa 14 Uhr mit der Aufnahme der Warenbestände beschäftigt. „Die Stimmung ist immer gut“, sagt Geschäftsführer Uwe Schümann. Doch er weiß auch: „Wir werden wieder feststellen, dass der tatsächliche  Bestand nicht mit dem im Computer übereinstimmt.“

 Der Jahreswechsel ist ein klassischer Zeitpunkt für die Inventur. Die penible Erfassung sämtlicher Waren deckt dann auch immer wieder Diebstähle auf. Uwe Schümann kennt die branchenüblichen statistischen Größen. „Die Fehlquote liegt bei 0,6 Prozent, die Werte bei Nortex sind meist besser“, sagt er.  20 Prozent davon seien sogenannte Phantomverluste, die auf falsche Buchungen zurückgingen. Das kann zum Beispiel vorkommen, wenn Ware beim Ein- oder Verkauf oder beim Umtausch nicht richtig erfasst wurde. Solche Fehler deckt die Inventur auf, sie können dann meist relativ kurzfristig korrigiert werden. Die restlichen 80 Prozent aber  seien tatsächliche Verluste. „Da müssen wir dann von Diebstahl ausgehen“, sagt Schümann ganz allgemein. Den dadurch entstandenen Schaden will er, wie andere Geschäftsleute auch, nicht beziffern, dennoch sei er nicht unerheblich: „Diebe haben es eben meist auf teurere Artikel abgesehen.“

Das leidige Lied  der Langfinger   kann auch Nicole Dumath, stellvertretende Marktleiterin bei Hagebau Wigger an der Boostedter Straße, singen. Hier ist die sogenannte Stichtags-Inventur, also die Erfassung des Warenbestandes zu einem bestimmten Datum, gerade abgeschlossen. Seit drei Jahren kommen dafür rund 90 Mitarbeiter einer Fachfirma an einem Nachmittag und nehmen bis in den späteren Abend den Bestand auf. Die 50 Angestellten des Marktes unterstützen sie dabei, forschen nach, wenn Differenzen auftreten. Aber nicht immer müssen es Diebe gewesen sein, wenn ein Teil spurlos fehlt. „Wir haben mal beim Umbau des Marktes unter einigen Regalen noch Ware aus den 90er-Jahren entdeckt“, sagt Nicole Dumath lachend.

Zum Glück weniger von Diebstahl betroffen ist Burkhard Möbius, Inhaber der Buchhandlung Trio am Kuhberg. Für einen Tag hatte er gestern den Laden wegen der Inventur geschlossen. Mit seinen vier Mitarbeitern zählte er Bücher, Postkarten und Spiele. Alle rund 5000 Artikel wurden einmal in die Hand genommen, kontrolliert  und gescannt. Die Musikinstrumente erfasste er noch klassisch auf einem Zettel. „Das ist schon aufwändig. Aber zwischendurch versorgen mich meine Angestellten ja mit Muffins“, sagte er augenzwinkernd.

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