Neumünster : Mit Oma und Opa auf Museumstour

Rosi und Uwe Lüthje waren mit ihren Enkeln Nele (4) und Malte (6) gekommen.
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Rosi und Uwe Lüthje waren mit ihren Enkeln Nele (4) und Malte (6) gekommen.

Das Museum Tuch + Technik war Schauplatz der Aktiv-Wochen für Ältere.

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13. März 2018, 08:31 Uhr

Neumünster | „Wir sind zum ersten Mal mit Oma und Opa im Museum“, sprudelte aus der kleinen Mia heraus. Mit ihrem großen Bruder Marlon (10) und den Großeltern Helga (67) und Frank (65) Natusch gehörte die Sechsjährige zu den fast 30 Teilnehmern beim Opa-Oma-Enkel-Tag bei Tuch + Technik. Er war bereits im dritten Jahr Teil der Aktiv-Wochen für Ältere.

Dort begrüßte Urte Grode („Ich darf mitmachen, weil ich auch Oma bin“) die Teilnehmer zu einer spannenden Führung durch die Ausstellung. Nachzufragen war ausdrücklich erwünscht. „Das ist hier wie in der Sesamstraße. Wer nicht fragt, bleibt dumm“, so Urte Grode.

Das Schöne bei Tuch + Technik ist, dass man nicht nur schauen, sondern auch selbst etwas ausprobieren kann. Etwa, dass Schafswolle sehr fettig ist und vor dem Spinnen erst gewaschen werden muss. „Die Penaten-Creme wird aus Lanolin gemacht und das wird aus der Schafswolle gewonnen“, erfuhren die Teilnehmer. Marlon durfte dann beim Kratzen der Wolle ran. Das war damals richtig Schwerstarbeit.

„Das mussten früher die Kinder machen – und die Großeltern“, erfuhren die Teilnehmer von Urte Grode – auch dass es für eine Jacke rund acht Kilometer Faden braucht. „Das ist von hier bis ganz nach Einfeld.“

Am Zwei-Mann-Webstuhl schafften die Weber ein Tagwerk von sechs bis acht Metern Stoff. Der Nachbau der berühmten Spinning Jenny im Museum konnte schon die Arbeit von zuvor 19 Handwerkern erledigen. Am Göpel durften sich die Kinder ins Zeug legen, um per Muskelkraft den fertig gewebten Stoff zu walken.

„Hier lernt man viel dazu“, staunte nicht nur Frank Natusch. Zum Schluss ging es in die Welt der industriellen Stofffabrikation an den großen Textilmaschinen im Museum. Die Stempeluhr war der gelernten Kauffrau Rosi Lüthje (67) noch ganz geläufig. „Ich habe früher bei Maris und Marissa gearbeitet. Da mussten wir an so einer Uhr ein- und ausstempeln.“

Auch bei Rudi Bitterlich, der mit seinem Enkel Jonathan (10) die Spezialführung erlebte, kamen beim Fachsimpeln mit Museumsmitarbeiter Jens Neelsen die Erinnerungen hoch. „Ich habe als 15-jähriger Schüler in den Ferien bei Köster gearbeitet“, sagte er.

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