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Jugendliteraturpreis : Mit Kritzl & Klecks rein in den Lesespaß

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Junge Auszubildende der Elly-Heuss-Knapp-Schule erklären Kindern das Abenteuer Buch – und besprechen Top-Kinderbücher für den Courier

von
erstellt am 11.Nov.2015 | 10:00 Uhr

Neumünster | Bevor Finja Schröder (21) die Tür zu ihrer Klasse öffnet, zupft sie noch einmal an der grauen Strähne. Sitzt die Perücke auch richtig? Dann atmet sie tief durch, drückt die Klinke runter und schreitet forsch vor die Klasse: „Hallo und guten Tag, ich bin Renate Habinger, Ihre Ausstellungsleiterin und möchte Ihnen heute die Werke von Kritzl & Klecks vorstellen!“

Ihre 24 Mitschüler gucken zuerst verdutzt, dann amüsiert, und sind im nächsten Moment aufmerksame Zuhörer: Na, das verspricht ja wirklich mal interessant zu werden.

Der Coup ist Finja gelungen. Manchmal hilft es, den Kasper zu machen, um die volle Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Und genau darum geht es in dieser Lehrstunde der Europaklasse an der Elly-Heuss-Knapp-Schule an der Bachstraße. Die 25 Schüler, allesamt angehende Erzieher, üben, wie sie künftig Kinder und Jugendliche in Kindergärten, Schulen, Freizeittreffs oder ähnlichen Einrichtungen fesseln und deren Interesse wecken können. In diesem Fall – und das ist der zweite Schwerpunkt der Unterrichtseinheit – für die fantastische Welt der Bücher.

Die Aufgabe, die Leselust schon im Kindesalter zu wecken, um bei jungen Menschen Fantasie, Denkvermögen und Kreativität zu schulen, wird auch künftig zu den klassischen Aufgaben der jungen Erzieher gehören. Um das zu trainieren, hat sich die Europaklasse den Deutschen Jugendliteraturpreis 2015 zur Brust genommen. Mit dem Preis werden alle Jahre wieder die schönsten und besten Neuerscheinungen auf dem deutschsprachigen Kinder- und Jugendbuchmarkt ausgezeichnet. 30 für den Preis nominierte Titel aus den Kategorien Bilderbuch, Kinderbuch, Jugendbuch und Sachbuch haben die jungen Erzieher auf Herz und Nieren abgeklopft: Ist die Gestaltung ansprechend? Ist die Geschichte verständlich und altersgerecht, die Sprache stimmig oder eher gekünstelt? Gibt es eine Botschaft oder einen pädagogischen Effekt und nicht zuletzt: Macht das Buch wirklich Spaß? Denn nicht jedes Kinderbuch, das auf den Markt kommt, ist auch ein gutes Kinderbuch.

Das Bilderbuch „Kritzl & Klecks“ – das wird Finjas Mitschülern in deren munterem Vortrag schnell klar – ist ein gutes Kinderbuch. Auf 46 Seiten lässt es das Strichmännchen Herrn Kritzl und dessen Künstlerkollegin, die rundlich getuschte Frau Klecks, schon den Jüngsten erklären, wie sich die verschiedenen Maltechniken unterscheiden und was man mit ihnen alles anstellen kann – Kunstunterricht für die Jüngsten auf brillantem Niveau.

Wie sie die anderen 29 für den Jugendliteraturpreis nominierten Kinder und Jugendbücher bewerten, haben die angehenden Erzieher in einer Broschüre zusammengefasst. Schulen, Kindergärten und andere interessierte Gruppen können das Heft ab sofort kostenlos über das Schulsekretariat an der Bachstraße, Tel. 9  15  93  14 beziehen.

Für den Courier haben sich die Schüler noch einmal zusammengesetzt und sechs Kinderbücher ausgewählt, die sie für besonders empfehlenswert halten. Ihre Rezensionen können Sie in der kommenden Woche auf einer Sonderseite des Couriers lesen.

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