Mit Habeck auf Tuchfühlung

Sie sorgen für gute Filme abseits des Mainstreams: Arne Sommer (links), Leiter der Filmwerkstatt der Filmförderung Hamburg und Schleswig-Holstein, und Malte Blockhaus, Macher der Dokumentation „Following Habeck“.
Sie sorgen für gute Filme abseits des Mainstreams: Arne Sommer (links), Leiter der Filmwerkstatt der Filmförderung Hamburg und Schleswig-Holstein, und Malte Blockhaus, Macher der Dokumentation „Following Habeck“.

Zum Auftakt der Kulturreihe „Kinobühne“ gab es spannende Einblicke in die Welt des Grünen-Politikers

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28. November 2018, 10:36 Uhr

„Ich wollte einen persönlichen Blick hinter die Kulissen der Politik werfen“, erklärte Malte Blockhaus (34) die Idee zu seinem Dokumentarfilm „Following Habeck“, der am Dienstagabend den Auftakt der nächsten „Kinobühne“-Reihe machte. 120 Besucher in der ausverkauften Veranstaltung interessierten sich ebenfalls dafür, wie es ist, dem Grünen-Politiker aus Schleswig-Holstein nahe zu kommen.

„Es ist ein Leidenschaftsprojekt und ein schönes Beispiel dafür, dass man auch mit kleiner finanzieller Filmförderung so tolle Filme schaffen kann“, sagte Arne Sommer, Leiter der Filmwerkstatt der Filmförderung Hamburg und Schleswig-Holstein über das preisgekrönte Debüt. „Die Idee zum Film hatte ich 2014, da wollte ich Robert Habeck nur ein halbes Jahr mit der Kamera begleiten“, erklärte Malte Blockhaus. Da wusste er noch nicht, dass der promovierte Philosoph in eine bundesweite Karriere hineinrauschen würde und hat den Habeck-Hype bis 2017 begleitet. Kurze Zeit später wurde Dr. Robert Habeck Bundesvorsitzender der Grünen.

Ganz menschlich fängt die Kamera den von Termin zu Termin eilenden Politiker ein, mal schwer atmend mit einem Rucksack auf dem Rücken, mal gelangweilt, manchmal fluchend und erschöpft. Es wird deutlich: Der Mann ist ein Profi im Umgang mit der Öffentlichkeit, trotz oder gerade wegen seiner für Politiker unüblichen Lässigkeit. „Ich wollte ihn weder entlarven noch als Superstar darstellen“, erklärte der Kieler Filmemacher im anschließenden Gespräch mit dem Publikum. „Ich fand, er war ein spannender Typ“, meinte Blockhaus, der eigentlich Geografie studiert hat und Robert Habeck 2014 auf einer Kundgebung von Krabbenfischern kennengelernt hatte. Auf etwa 40 Terminen bei Pressekonferenzen, Talkshows, Parteitagen und Dorfveranstaltungen war Blockhaus mit der Kamera dabei. Mehr als den öffentlichen Habeck bekommen die Zuschauer aber nicht zu sehen, der private Habeck und seine Ministeriums-Arbeit bleiben draußen. „Eine Freundschaft ist nicht entstanden, aber ich wollte auch eine Arbeitsatmosphäre und keine Kumpelebene“, sagte der Filmer.

Bei den Zuschauern kam der Film sehr gut an. Isolde Frobian aus Neumünster meinte im Anschluss: „Es war spannend zu sehen, wie Habeck sein Mammut-Programm durchgezogen hat und dennoch so sympathisch und menschlich geblieben ist.“ Iris Klindtworth sagte: „Ich fand es gut, dass er sich nicht gescheut hat, vor der Kamera Schwächen zu zeigen, wobei er das vielleicht auch bewusst einsetzt.

Die nächste „Kinobühne“ gibt es am Dienstag, 18. Dezember, um 19 Uhr mit Kurzfilmen.

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