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Tungendorf : Mit großem Appetit gegen den Wildwuchs

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Vierbeiniges Personal rückt unerwünschten Pflanzen am Moorweg zu Leibe. Die erste Fressattacke galt aber Brombeersträuchern.

shz.de von
erstellt am 27.Okt.2015 | 17:00 Uhr

Neumünster | Die Ziegen sind los! Seit Sonntag rücken diverse Burenziegen in der ehemaligen Kiesgrube am Tungendorfer Moorweg der Kanadischen Goldrute zu Leibe. Weil weder Pflügen noch Mähen die starke Ausbreitung dieser verwilderten Gartenzierpflanze eindämmen konnte, ist jetzt der Heißhunger von 68 vierbeinigen Rasenmähern gefragt (der Courier berichtete).

Als Ziegenwirt Marc Christians (46) das Gelände erreichte, war es noch ruhig auf seinem Anhänger. Keine Stunde später, als er den mobilen Weidezaun gesetzt hatte, gab es kein Halten mehr. Neugierig streckten die ersten Ziegen ihre Köpfe aus der geöffneten Luke. Ein paar wackelige Schritte über die Rampe, und dann ging es im Schweinsgalopp ins Futterparadies.

Das knapp zwei Hektar große, hügelige Gebiet ist übersät mit Kanadischer Goldrute. Kleine Birken und Eichen lugen aus dem Meer der 150 Zentimeter hohen Zierpflanze hervor, Brombeersträucher säumen das Gelände. „Burenziegen fressen Gras, Büsche und Bäume. Bis zu einer Höhe von 1,80 Metern ist nichts vor ihnen sicher“, sagte Marc Christians. Und selbst bei höheren Bäumen haben die Ziegen eine Technik entwickelt, um an das leckere Laub zu gelangen: „Birken mit drei bis vier Metern Höhe rammen sie im Verbund um“, erzählte der Mann aus Holm, dessen sechs Herden mit zusammen 500 Ziegen überall dort zum Einsatz kommen, wo Säge und Sense versagen. Und die Tiere haben einen weiteren Vorteil: „Ziegen grasen die Flächen ab, aber zerstören sie im Gegensatz zu Maschinen nicht“, erläuterte der Ziegenwirt.

Bis zum 18. November bleiben seine Ziegen auf dem Gelände der ehemaligen Kiesgrube. Dann wird sein Auftraggeber, der Fachdienst Natur und Umwelt, feststellen können, ob auch die Kanadische Goldrute auf dem Speiseplan der Burenziege stand. Die ersten Fressattacken in Tungendorf galten allerdings dem Altbekannten: Das Laub der jungen Bäume und die stacheligen Brombeersträucher hatten es den Ziegen besonders angetan.

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