Fussball-WM : „Mit Glück gibt es ein Unentschieden“

Die Übertragung des Spiels heute Abend schauen Lynn Rakel (16, von links), ihre Mutter Akua Rakel (50) sowie ihr Vater Agyemang Badu (58)  auf dem heimischen Fernseher. Lynn trägt ein typisch ghanaisches Kleid, ihre Mutter einen Schal aus traditionellem Kente-Stoff.
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Die Übertragung des Spiels heute Abend schauen Lynn Rakel (16, von links), ihre Mutter Akua Rakel (50) sowie ihr Vater Agyemang Badu (58) auf dem heimischen Fernseher. Lynn trägt ein typisch ghanaisches Kleid, ihre Mutter einen Schal aus traditionellem Kente-Stoff.

Die ghanaische Familie Rakel aus Faldera glaubt nicht an einen Sieg ihrer Elf. Die Deutschland-Fähnchen liegen bereit.

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21. Juni 2014, 07:00 Uhr

Neumünster | Es ist ein Schicksals-Spiel, doch an einen Sieg von Ghana heute Abend gegen Deutschland glaubt Familie Badu/Rakel dennoch nicht – erst recht nicht nach dem starken Auftritt von Jogis Jungs beim Eröffnungsspiel gegen Portugal. „Wenn wir großes Glück haben, gibt es ein Unentschieden“, sagt Agyemang Badu (58). Partnerin Akua Rakel (50) gibt sich diplomatisch: „Möge der Bessere gewinnen“, sagt sie. Und Tochter Lynn (16) schwenkt im heimischen Wohnzimmer in Faldera gleich schon mal die Deutschland-Fahne.

Die Drei gehören zu den 25 Ghanaern, die in der Stadt wohnen. Wegen der Liebe kamen Agyemang Badu und Akua Rakel in den 90er-Jahren nach Deutschland – damals hatten sie aber andere Partner. Erst in Neumünster lernten sie sich kennen, Lynn wurde hier geboren. Als „fußballverrückt“ bezeichnet sich die Familie zwar nicht, aber die WM ist natürlich ein Muss. „Wir schauen das Spiel heute auf unserem großen Fernseher, vielleicht kommen noch Nachbarn vorbei“, sagt Akua Rakel. Zu dem besonderen Anlass trägt sie einen typisch ghanaischen Schal aus Kente-Stoff. Schülerin Lynn wird vielleicht das passende Kleid dazu anziehen.

Nach der Niederlage seiner Heimat-Mannschaft im ersten Spiel gegen die USA ist Agyemang Badu enttäuscht. Das sei unnötig gewesen, sagt er und setzt darauf, dass Stürmer-Star Asamoah heute gegen Deutschland trifft. Sollte Ghana verlieren, ist für das Team die WM nach der Vorrunde zu Ende. „Dann sind wir natürlich für Deutschland“, sagt Akua Rakel, die besonders Philipp Lahm gut findet.

In der jetzigen Form schaffe die Nationalelf den Einzug ins Finale, ist sie sich sicher. „Vielleicht wird Deutschland dann auch Weltmeister“, ergänzt sie freudestrahlend.

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