zur Navigation springen

Abenteuerreise : Mit dem Rad einmal um die Welt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Neumünsteraner Christian Berking und seine Frau Jana starten am 1. März ein besonderes Abenteuer / Die Rückkehr ist noch ungewiss

Ein paar Möbel und etwas Hausrat haben sie eingelagert, aber sonst bleibt Jana (40) und Christian Berking (43) nicht mehr viel. Die Jobs sind gekündigt, die Wohnung in Lentföhrden (Kreis Segeberg) ist so gut wie geräumt, beim Finanzamt und der Krankenkasse sind der selbstständige Web-Designer und die Physiotherapeutin abgemeldet, und die Haustiere sind bei den Nachbarn untergekommen. Am 1. März startet das Ehepaar zu einer besonderen Mission: Mit dem Rad und 160 Kilo Gepäck wollen der Neumünsteraner und seine Frau einmal um den Globus fahren – Rückkehr ungewiss.

„Unser Ziel ist es, neue Wege zu entdecken. Unser jetziges Leben ist doch arg von Konventionen und Regeln bestimmt“, erklärt Christian Berking die Motivation für das ungewöhnliche Projekt. Vor rund zwei Jahren begann bei den beiden, die Idee zum Ausstieg zu reifen. Einen konkreten Anlass gab es nicht. „Wir sind einfach in einem Alter, wo wir vieles hinterfragen und eine Leere im Leben spüren, die mit noch so viel Erfolg im Berufsleben oder in anderen Bereichen nicht ausgefüllt werden kann.“ Auf ihrer Tour wollen beide nun nicht nur ihre seelischen und physischen Grenzen ausloten, im Einklang mit der Natur leben und fremde Kulturen und Menschen kennenlernen, sondern auch ihren Konsum auf das Nötigste beschränken. „Wir haben für die Reise gespart und werden, wo es möglich ist, arbeiten“, sagt Jana Berking. Übernachtet wird im eigenen Zelt, gekocht auf dem Camping-Kocher, für Trinkwasser sorgt ein Filter. Einzige „Luxusgüter“ auf der Reise sind der E-Book-Reader von Jana und die Ukulele von Christian. Strom für das Notebook, von dem aus sie Visa für die Einreise ins nächste Land beantragen und einen Reisebericht im Internet pflegen, wird über den Fahrrad-Dynamo erzeugt.

Ihre Reiseroute haben beide nur grob geplant. Über Dresden und Prag soll es nach Istanbul gehen, dann weiter über Asien nach Australien und Neuseeland, von dort mit dem Flieger nach Südamerika und über Mittelamerika bis nach Kanada. Afrika bleibt außen vor. Wo sie genau längs fahren, entscheidet das Paar spontan. „Wir haben keinen Zeitdruck und sind unabhängig. Allerdings werden wir Kriegs- und Krisengebiete meiden“, sagt Christian Berking. Lediglich zwei Stationen stehen bereits sicher fest: In der iranischen Hauptstadt Teheran sind sie bei einem Bekannten eingeladen und in in der usbekischen Hauptstadt Taschkent besuchen sie ein Hotel: „Dort gibt es den einzigen Geldautomaten des Landes, an dem ich Geld holen kann“, sagt Christian Berking lachend. Und Ehefrau Jana ergänzt: „Wenn es uns irgendwo besonders gut gefällt, könnten wir uns vorstellen, dort zu bleiben.“

Bei ihren Freunden und Verwandten ist die Weltumrundung übrigens auf ein positives Echo gestoßen. „Die Familie ist zwar ein wenig ängstlich, aber insgesamt gab es viel Sympathie“, sagt Christian Berking. Und sollte das Paar zurückkommen, will es hier komplett neu anfangen. Dann erinnern nur noch die Möbel ans alte Leben.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 04.Feb.2014 | 06:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert