Boostedt : Mit dem Crosstrainer radelt sie zur Arbeit

Rowbike: Anke Dücker zieht den Lenker mit beiden Armen zu sich heran, dabei rutscht der Sattel wie beim Rudern nach hinten. Dafür benötigt sie ein gutes Gleichgewicht.
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Rowbike: Anke Dücker zieht den Lenker mit beiden Armen zu sich heran, dabei rutscht der Sattel wie beim Rudern nach hinten. Dafür benötigt sie ein gutes Gleichgewicht.

Anke Dücker kann mit ihren Rädern quasi gehen und rudern.

shz.de von
24. März 2017, 17:00 Uhr

Boostedt | Pendler zwischen Boostedt und Neumünster haben sie sicher schon mal gesehen und sich gefragt: Was für ein merkwürdiges Fahrzeug fährt die Frau? Die Frau ist dieBoostedterin Anke Dücker (47), und sie hat eine Vorliebe für Räder der besonderen Art.

Eins ihrer Spezialräder nennt sich Elliptigo: „Darauf sitzt man nicht, sondern man steht und macht Gehbewegungen, wie bei einem
Crosstrainer im Fitnesscenter. Das vordere Rad steuere ich ganz normal über den Lenker.“ Das gibt ordentlich Kraft in den Beinen, und
das will Anke Dücker auch: „Ich nutze den Weg zur Arbeit, um mich fit zu halten. Mit einem normalen Fahrrad ist mir das zu eintönig.“ Weil die sportliche Frau alleinerziehend ist, hat sie so am Nachmittag mehr Zeit für ihre Kinder Ole (8) und Sönke (10).

Täglich, bei fast jedem Wetter, schwingt sich Anke Dücker auf ihr umweltfreundliches Vehikel und fährt die sieben Kilometer auf dem Radweg an der Kreisstraße 111 von Boostedt nach Neumünster. Zwischen 20 Minuten und einer halben Stunde braucht sie dafür auf dem etwa 2000 Euro teurem Gefährt. In Neumünster arbeitet die diplomierte Landschaftsarchitektin als Projektleiterin des Awo-Sozialkaufhauses. „Ich war schon immer gerne in der Natur unterwegs. Nach dem Studium habe ich mit dem Fahrrad die Alpen überquert“, erzählt sie. Das Studium hat sie in Höxter absolviert, 1996 hat sie ihr erster Job nach Nortorf verschlagen.

Bevor Anke Dücker vor zwei Jahren nach Boostedt gezogen ist, hat sie in Großharrie gelebt. In der Zeit hat sie auf dem Einfelder See gerudert. „Damit habe ich aufgehört. Weil mir das aber so viel Spaß gemacht hat, habe ich mir zum Ausgleich ein sogenanntes Rowbike zugelegt“, erzählt die Boostedterin. Das treibt sie an, indem sie das bewegliche Lenkrad zu sich heranzieht und sich wie beim Rudern auf einem Rollsitz nach hinten wegdrückt. „Das musste ich ein paar Tage lang üben, denn das Schwierige ist, beim Ziehen zugleich zu lenken“, erklärt die Radliebhaberin, die früher auch schon ein Liegefahrrad besessen hat.

„Und als mein Sohn noch ganz klein war, hatte ich ein Spezial-Tandem für Eltern mit Kind. Da konnte mein Sohn vor mir sitzen und auch kräftig in die Pedalen treten. Dabei konnten wir uns prima unterhalten.“

Bei aller Sportlichkeit – wenn die Möglichkeit da ist, stemmt die starke Frau auch gerne Hanteln im Fitnessstudio – liebt Anke Dücker auch die genussvolle Seite des Lebens: „Ich nasche unheimlich gerne Schokolade.“ 

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