zur Navigation springen
Holsteinischer Courier

17. Oktober 2017 | 21:49 Uhr

Theater : Mit Büchner in die neue Spielsaison

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Bühne in der Stadthalle beendet die Sommerpause: Klassiker, Konzerte und Kabarett stehen für ein breitgefächertes Programm

von
erstellt am 26.Sep.2013 | 11:00 Uhr

Die Leidenszeit für Theaterfreunde nähert sich dem Ende: Mit Ablauf dieses Monats ist auch die spielfreie Zeit im Theater in der Stadthalle vorbei. Wenn sich der Vorhang wieder hebt, darf sich das Publikum auf eine gute Mischung aus klassischem und zeitgenössischem Schauspiel, Komödie, Operette, Oper und Ballett, Konzert- und Kabarettprogramm freuen.

Die neue Theatersaison startet rasant und und wird von zwei Aufführungen von „Büchners Traum – Dantons Tod“ umrahmt. Die erste findet am kommenden Montag, 30. September, um 11 Uhr, die zweite am Donnerstag, 31. Oktober, um 20 Uhr statt. Das Ensemble des Jugendclubs zeigt seine Adaption von Georg Büchners Drama „Dantons Tod“ (1835), das bereits erfolgreich beim Schultheaterfestival aufgeführt wurde.

An zwei aufeinanderfolgenden Abenden bringt das Ensemble vom „Theater an der Ruhr“ den Zuschauern zwei Klassiker nahe. Am Mittwoch, 2. Oktober, um 20 Uhr steht der „Kaufmann von Venedig“ von William Shakespeare auf dem Programm. Der Zuschauer erfährt, was sich so um 1595 „Neues auf dem Rialto“ ereignete. Bassanio braucht dringend Geld, weil er um die reiche Portia werben möchte. Sein Freund, der Kaufmann Antonio, ist nicht flüssig, nimmt aber Geld beim jüdischen Geldverleiher Shylock auf. Sollte Antonio den Schuldschein nicht einlösen können, steht Shylock ein Pfund vom Leibe Antonios zu – „nächst dem Herzen“. Antonios Schiffe gehen verloren, er kann nicht zahlen, Shylock aber besteht auf seiner Forderung. Am Ende trickst ein (falscher) Richter ihn aus.

Am Donnerstag, 3. Oktober, um 20 Uhr macht das „Theater an der Ruhr“ Georg Büchners Fragment „Woyzeck“ zu „einem musikalischen Fall“. Acht Musiker untermalen das Geschehen. Wie beim „Danton“ zeigt auch dieser Abend das Büchner-Stück nicht eins zu eins, sondern versucht, eine spezielle Adaption von der Geschichte des Füsilier Franz Woyzeck und seiner Liebsten Marie, die er an den Tambourmajor verliert und in seiner Ausweglosigkeit tötet.

Heiter geht es im Gastspiel des „Theaters am Kurfürstendamm“ am Sonnabend, 5. Oktober, um 20 Uhr zu. Herbert Herrmann und Nora von Collade treten in „Das zweite Kapitel“ von Boulevard-Altmeister Neil Simon auf. Was liegt näher, als einen verwitweten Schriftsteller und eine frisch geschiedene Schauspielerin miteinander zu verkuppeln? Diesen Versuch unternehmen Leo, Bruder von Georg Schneider, und Faye Medwick, Freundin von Jennie Malone. Zunächst droht das Unternehmen zu scheitern, doch im Verlauf zweier Akte verlieren George und Jennie die Scheu vor einer neuen Bindung.

Zum Auftakt der Kabarettreihe kommt Heike Feist am Sonnabend, 12. Oktober, um 20 Uhr ins Theater und gibt Einblick in das Leben einer „Cavewoman“. Sie rechnet in ihrer Solo-Show mit „Caveman“, dem „Herren der Schöpfung“, ab – mal mit der Keule, mal mit spitzen Fingernägeln.

Ein reizvolles Duo – der Klarinettist Dimitri Ashkenazy und der Pianist Timur Enikeev – tritt am Montag, 21.Oktober, um 20 Uhr im ersten Abonnementkonzert auf. Beide Künstler haben sich mit ihren Interpretationen bereits in die musikalische Weltelite gespielt. In Neumünster präsentieren sie Francois Poulenc, J.S. Bach, Robert Schumann und Brahms.

Wie in jeder Saison ist auch die „American Drama Group Europe“ wieder zu Gast – am Donnerstag, 24. Oktober, um 19 Uhr mit „The Wave“ („Die Welle“). – Die Handlung folgt den Geschehnissen, wie sie sich an einer Highschool in Kalifornien in den 1960er-Jahren ereignet haben. Ein Lehrer öffnet seinen Schülern die Augen über die Mechanismen des Faschismus’ und den Sog von Massenbewegungen. Der Zuschauer erlebt mit, wie nach anfänglicher Ablehnung im Verlauf des Experiments Faszination und Identifikation mit der Bewegung eintreten.

Am Freitag, 25. Oktober, um 20 Uhr präsentiert die „Opernwerkstatt am Rhein“ George Bizets Meisterwerk „Carmen“, die Geschichte von der heißblütigen Zigeunerin, dem eifersüchtigen Sergeanten José und dem Stierkämpfer Escamillo, einmal ganz anders. Die Handlung wird durch deutsche Dialog-Texte verständlich, die Arien und Duette werden in französischer Sprache gesungen. Statt der gewohnten Orchesterfassung sind neue Arrangements für Flamenco-Gitarre, Geige, Cajón, Klarinette, Akkordeon und andere Instrumente zu hören. Das Orchester sitzt mit auf der Bühne. Ein interessantes musikalisches Experiment.


Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert