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Antikriegstag : Mit blauen Ballons gegen den Krieg

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Schüler der Elly-Heuss-Knapp-Schule mahnen zum Jahrestag des Kriegsbeginns vor 75 Jahren zum Frieden in der Welt

Neumünster | Der Appell ist blau und schwebt. Irgendwann wird er wieder zur Erde niedersinken und dann von seinem Finder nicht nur gelesen, sondern auch verinnerlicht. . . Das hoffen jedenfalls die Schüler der Elly-Heuss-Knapp-Schule, die gestern zum Antikriegstag rund 500 blaue Luftballons mit dem Symbol der Friedenstaube in den Himmel über Neumünster aufsteigen ließen.

Exakt 75 Jahre nach Beginn des Zweiten Weltkriegs und 100 Jahre nach dem des Ersten Weltkriegs wollten die Schüler gemeinsam mit dem DGB ein weithin sichtbares Zeichen gegen den Krieg setzen, denn die Botschaft auf den angehängten Kärtchen der Ballons lautete: „Kriege fallen nicht vom Himmel – Sie werden von Menschen ermöglicht!“

Ein klares Signal war das auch an die Politik, bei der Bekämpfung der Kriege in Syrien oder dem Irak einen kühlen Kopf zu bewahren. Christof Ostheimer, der die Aktion für den Gewerkschaftsbund organisierte, erinnerte zum Start des Aktionstags daran, dass eben zu dieser Stunde der Bundestag über Waffenlieferungen in den Nord-Irak debattierte. Dass der Bund erstmals in seiner Geschichte Waffen in ein „heißes“ Spannungsgebiet liefern will, geißelte der Friedensaktivist als einen „gefährlichen Tabubruch“. Zwei Drittel aller Bundesbürger, so Ostheimer, lehnten die Waffenlieferungen in den Irak rundweg ab.

Unter den Schülern, die sich von ihrer Schule an der Riemenschneiderstraße zu fünf verschiedenen Ballon-Startpunkten aufmachten, war das allerdings keineswegs ausgemachte Sache. Yannik Quast (22) etwa möchte das differenzierter sehen. Es sei doch legitim, tödlich Bedrängten Unterstützung zu gewähren, sagt der Schüler. „Auch in der Friedenspoltik gibt’s nicht nur Schwarz und Weiß.“

Alina Apenko (16) hat dagegen grundsätzliche Bedenken gegen die Waffenlieferungen: „Neue Waffen bedeuten neue Kriege!“, argumentiert die Schülerin. „Das kann sich irgendwann auch gegen uns richten.“

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erstellt am 02.Sep.2014 | 07:00 Uhr

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