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Sportliche Aktion : Mit Bewegung zum Goldabzeichen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Lebenshilfewerk-Kita: 75 Kinder laufen, werfen und balancieren für das Kindersportabzeichen / Spielerisches Bekämpfen von Defiziten

Die Kita wurde zum Dschungel, und die Marienkäfer, Delfine, Mäuse, Elefanten und Giraffen wetzten im sprichwörtlichen „Affentempo“, um vor der „Löwin“ Astrid Drenguis vom Kreissportverband zu flüchten. Spielerisch in Bewegung kamen gestern 75 Kinder der integrativen Kita des Lebenshilfewerks an der Roonstraße und erhielten für ihre Anstrengungen als Lob ihr Kindersportabzeichen in Gold.

„Gold bekommen die Kinder, die das Abzeichen dreimal hintereinander gemacht haben. Alle machen mit, wie sie es schaffen, jedes Kind kann mitmachen“, sagt Astrid Drenguis (50). Sie ist Initiatorin des Abzeichens für Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren. 2013 absolvierten 1171 Kita-Kinder in Neumünster und Umland das Bewegungspaket, das aus sechs Bausteinen besteht: Werfen über eine Zwei-Meter-Hürde, 200 oder 400 Meter laufen, Sprint über 20 Meter, Weitsprung über einen Wassergraben und Balancieren über einen schmalen Teppichstreifen. Im Dschungel wird der Streifen zur Brücke über einen Fluss, der Ball zum Stein, mit dem man ein Tier aus dem Gebüsch aufschreckt. Die Bälle zum Auffangen waren Kokosnüsse. Alle Kinder waren mit Rieseneifer dabei, auch bei der Augen-Hand-Koordination – ein fallender Stab muss „erwischt“ werden. „Manchmal gibt es auch kleine Hilfen bei solchen Übungen, denn alle sollen ein Erfolgserlebnis haben“, betont Astrid Drenguis.

Hintergrund der Sportabzeichen-Idee waren die Bewegungsdefizite, die sie wie andere auch bei Kita-Kindern feststellte. „Viele können nicht rückwärts balancieren, eine Rolle vorwärts oder haben ein Grobmotorik-Defizit, können keinen Ball fangen. Viele Kinder werden mit dem Buggy in die Kita geschoben“, sagt Astrid Drenguis.

In der integrativen Lebenshilfe-Kita steht allerdings Bewegung auf dem täglichen Plan, denn die ist eine Modell-Kita für Sprache und Integration, erklärt Leiterin Kristin Walle. „Wir holen die Kinder dort ab, wo sie stehen und begleiten und unterstützen sie. Daher haben die Kinder auch kaum speziell für das Abzeichen geübt, wir haben die Vorbereitungen in den Alltag integriert, weil Bewegung und Psychomotorik für uns immer ein Thema sind“, betont sie. Sportliche Kinder bekämen so einen besseren Start ins Leben, wenn Wahrnehmung, Bewegung und Sprache in spielerischer Form miteinander verknüpft würden. Am Ende gab es Medaillen und Urkunden für jedes Kind. Alle trugen ihre Lorbeeren sichtlich stolz nach Hause.

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