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Mit 42 Jahren gab mein Mann den Führerschein ab

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

shz.de von
erstellt am 14.Mai.2014 | 12:34 Uhr

Wann gebe ich meinen Führerschein ab? Es ist für jeden Einzelnen eine Entscheidung, die schwer fällt. Ob aus Altersgründen oder Unsicherheit in dem immer dichter und schneller werdenden Autoverkehr. Ich muss bedenken, dass ich nicht nur mich, sondern auch andere Autofahrer und Fußgänger gefährde.

Auch krankheitsbedingt kann es manchmal notwendig sein, dass man den Führerschein freiwillig abgibt, bevor etwas passiert. Ein Beispiel kann ich aus meiner eigenen Familie berichten.

Mein Mann war Epileptiker. Er war medikamentös gut eingestellt und ist täglich von Ehndorf nach Neumünster zum Dienst gefahren. Doch 1983 passierte es. Auf der Heimfahrt bekam er einen Anfall. Zum Glück wurde kein anderer gefährdet. Es blieb beim Blechschaden. Ob Stress, Überforderung oder andere Faktoren den Anfall ausgelöst haben – wir wissen es nicht. Um nicht noch mehr Schaden anzurichten, hat mein Mann seinen Führerschein sofort und freiwillig abgegeben. Man bedenke: Mein Mann war 42 Jahre alt.

Er hätte die Möglichkeit gehabt, nach einigen Jahren einen Test zu machen, doch er hat verzichtet. So fuhr er jeden Tag, bis zu seiner Pensionierung mit dem Rad
zum Dienst. Einen guten Nebeneffekt hatte es auch. Diese sportliche Betätigung an der frischen Luft stärkte sein Immunsystem nachhaltig. Doch für mich war es eine große Umstellung. Nun war ich für alle Fahrten zuständig und mancher Ärger war vorprogrammiert. Es ist ja auch verständlich, mit 42 Jahren, und dann noch als Mann nicht mehr hinterm Steuer zu sitzen, das war ganz schön hart. Ich fahre jetzt schon 31 Jahre und toi, toi, toi ohne Unfall. Wir haben uns arrangiert, und es klappt auch ganz gut.

Noch fühle ich mich sicher beim Autofahren und werde den Führerschein, wenn keine gesundheitlichen Probleme auftreten, noch nicht abgeben. Wir sind hier auf dem Dorf auf einen fahrbaren Untersatz angewiesen. Alle Einkaufsmöglichkeiten sind weiter entfernt. Auch wenn es sehr hilfsbereite Nachbarn gibt.

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