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Holsteinischer Courier

12. Dezember 2017 | 17:19 Uhr

Spannende Lesung : Mit 21 Hunden durch die Arktis

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Abenteurer Arved Fuchs berichtete über seine Erlebnisse auf seiner Schlitten-Expedition durch das ewige Eis Grönlands.

shz.de von
erstellt am 08.Okt.2016 | 12:00 Uhr

Neumünster | Nicht nur Einkaufsbummler verschlug es gestern am sogenannten „langen Freitag“ zu Nortex. Stattdessen kamen auch wahre Abenteurer. Der Weltumsegler Arved Fuchs (63) berichtete im gut besuchten Bistro von seiner Hundeschlitten-Expedition im Jahre 2012 in den Norden Grönlands.

Seit 1979 besucht der Bad-Bramstedter die arktische Insel fast jährlich. Zu dieser besonderen Reise nahm er seine Lebensgefährtin Brigitte Ellerbrook, den deutschen Kameramann Martin Varga und Brent Boddy, einen kanadischen Forscher, mit. 60 Tage war das Quartett unterwegs und hat 800 Kilometer bei bis zu Minus 30 Grad durch Schnee und Eis hinter sich gebracht. Mit einem von Grönländern gebauten Schlitten wagte sich die Gruppe in die eisige Landschaft.

Doch die Abenteurer waren nicht alleine, 21 Schlittenhunde begleiteten sie. „Diese Hunde sind nicht die Huskys, die wir kennen, sie sind raue Gesellen. Wenn man ihnen aber mit Respekt entgegenkommt, werden sie zu wahren Freunden“, erzählte Arved Fuchs. Vom Süden wagten sie es in die Landesmitte, auf eine Höhe von 1400 Metern. Die Schlitten wogen bis zu 400 Kilogramm. „Das meiste an Gewicht machte das Hundefutter. Denn jeder Hund bekam täglich ein Kilo Futter“, berichtete Fuchs zum Erstaunen des Publikums.

Das Rudel führten die Abenteurer mit Hilfe einer Peitsche. „Man schlägt sie nicht damit, wir zeigen ihnen lediglich den Weg und geben Signale“, betonte er. Das Team und die Hunde kämpften sich durch verschiedene Gefahren, wie den größten Gletscher der Nordhalbkugel, den Humboldtgletscher. „Eine latente Gefahr waren auch Eisbären. Sie sind majestätische Tiere, aber gefährlich. Besonders, weil sie keine Mimik haben. Sie können von jetzt auf gleich angreifen“, erklärte er.

Alle Bedrohungen meisterte das Team aber gemeinsam. „Wir sind zu einer Einheit geworden. Nicht nur die Hunde mussten arbeiten, auch wir mussten den Schlitten anschieben, anheben und darauf achten, dass den Hunden nichts passiert“, sagte er. „Man kann sie nicht zwingen, wir mussten ihnen zeigen, dass wir genauso zum Rudel gehören“, fügte er hinzu. Doch nicht nur die Tiere, die sechs Stunden täglich mehr als ihr eigenes Körpergewicht von 45 Kilogramm ziehen mussten, beeindruckten Arved Fuchs und sein Team.

Auch die einheimischen Inughuit, die nur noch vereinzelnd in Siedlungen leben und jagen, hinterließen einen Eindruck – auch bei den Zuhörern. „Wir werden niemals im Leben die Fertigkeiten der Einheimischen besitzen“, sagte Fuchs. Das Leben der Grönländer ist aber bedroht, besonders vom Klimawandel. „An Stellen, wo das Eis früher zwei Meter dick war, sind es nun 20 Zentimeter. Viele der Eingeborenen brechen durch das Eis und verlieren ihr Leben“, erzählte der Weltreisende und hinterließ nachdenkliche Gesichter.

Der Abenteurer ist erst seit August wieder in seiner Heimat, zuvor befand er sich auf einer Expedition am anderen Ende der Welt, der Antarktis am Südpol. Weitere Projekte sind auch in Planung, von denen er aber noch nicht zu viel erzählen will.

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