Kreishandwerkerschaft : „Mister Handwerk“ geht in den Ruhestand

Thomas Kafvelström leitete 28 Jahre lang die Geschäftsstelle.
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Thomas Kafvelström leitete 28 Jahre lang die Geschäftsstelle.

Geschäftsführer Thomas Kafvelström wird verabschiedet

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27. Januar 2015, 10:00 Uhr

Neumünster | Wenn die Kreishandwerkerschaft Mittelholstein (KHW) am 7. Februar zum Neujahrsempfang nach Bad Segeberg lädt, heißt es auch Abschied zu nehmen: Thomas Kafvelström (62) geht nach 28 Jahren als Geschäftsführer in den Ruhestand.

Der Jurist leitete seit dem 1. Januar 1987 die Geschicke der Kreishandwerkerschaft Neumünster, die 2007 mit Segeberg zur Kreishandwerkerschaft Mittelholstein fusionierte. Dem gebürtigen Tungendorfer, der mit seiner Frau Birgit auch heute noch in Tungendorf lebt, war die Jurisprudenz nicht in die Wiege gelegt. Nach dem Realschulabschluss ging er zunächst zur Polizei. Als Oberwachtmeister machte er dann das Abi nach, schloss ein Jurastudium an und war nach dem Referendariat zunächst beim Haus- und Grundeigentümerverein Kiel beschäftigt.

Zum Dienstantritt bei der Kreishandwerkerschaft zog die gerade von ihrer langjährigen Geschäftsstelle im „Haus des Handwerks“ an der Holstenstraße 1 zur Bildungsstätte Bau an der Wasbeker Straße 351 um. Gleichzeitig übernahm die KHW die Geschäftsführung der Bau-Innung und das Ausbildungszentrum.

Damals vertrat die KHW 19 Innungen, darunter auch die Schuhmacher. „Den Beruf gibt es noch, auch eine Landesinnung. Aber der Schuhmacher ist heute schon ein Exot im Handwerk“, sagt Kafvelström. Andere Berufe und Innungen wie die der Bürotechniker sind verschwunden. Heute betreut die Kreishandwerkerschaft 21 Innungen, dazu weitere Vereine und Versorgungswerke. „Ich bin Geschäftsführer von rund 30 Institutionen“, sagt Kafvelström. Die ehrenamtlichen Funktionen, etwa im Verwaltungsausschuss der Arbeitsagentur oder im Beirat des Jobcenters, kann man an dieser Stelle gar nicht alle aufzählen.

Eine große Herausforderung für das Handwerk neben dem Generationswechsel (Stichwort: Betriebsübergabe) ist die Nachwuchswerbung. „Konnte sich das Handwerk früher die besten Bewerber aussuchen, muss es heute um qualifizierten Nachwuchs kämpfen“, sagt Kafvelström. Mit seinem bisherigen Stellvertreter Carsten Bruhn ist die Nachfolge schon besetzt. Thomas Kafvelström gönnt sich im Ruhestand erst einmal einen Segeltörn. Mit einem Freund geht es von Bergen/Norwegen aus zu den Lofoten.

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