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Erstaufnahme in Boostedt : Missbrauch an Flüchtlingskind: Haftbefehle gegen zwei Tatverdächtige

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Zwei Männer sollen sich an einem Vierjährigen vergangen haben. Ein Achtjähriger beobachtete die Tat und soll von einem der mutmaßlichen Täter bedroht worden sein.

Boostedt | Wegen des Verdachts des schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes in der Flüchtlingsunterkunft Boostedt befinden sich zwei Tatverdächtige seit Mittwochabend in Untersuchungshaft. Das Amtsgericht Neumünster hat wegen dringenden Tatverdachts Haftbefehle gegen die beiden 29 und 21 alten Männer erlassen, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Kiel am Donnerstag sagte. Oberstaatsanwalt Manfred Schulze-Ziffer: „Gegen den Haupttäter wurde Haftbefehl wegen schweren sexuellen Missbrauchs erlassen, gegen den zweiten Beschuldigten wegen Beihilfe dazu." Er soll  einen Achtjährigen, der offenbar Zeuge der Tat geworden war, bedroht haben. Beide Männer kamen in die Justizvollzugsanstalt Neumünster.

Die Details zum Hergang der Tat ermittelt die Kripo Segeberg derzeit. Der Oberstaatsanwalt: „Wegen der kindlichen Opfer ist besondere Eile geboten, damit die Erinnerungen so konkret wie möglich bleiben.“

Nach shz-Informationen spielte der Vierjährige mit seinem Bruder vor einem Wohnkomplex. Die beiden Verdächtigen sprachen sie an und lockten sie ins Gebäude. Der 21-Jährige verging sich an dem Vierjährigen, sein Komplize stand Schmiere und schüchterte den Achtjährigen ein, der seinem Bruder beschützen wollte. Der Vater, der seine Jungen gesucht hatte, entdeckte die Tat und rief den Wachdienst.

Die beiden Jungen sind danach wohl von einer Segeberger Kripo-Beamtin, die auf Vernehmungen bei sexuellen Missbrauch von Kindern spezialisiert ist, vernommen worden.

Staatsanwaltschaft und Polizei wollten sich dazu nicht äußern: „Wegen der Sprachbarrieren sind die Ermittlungen schwierig“, sagte Polizeisprecher Nico Möller. „Viele Einzelheiten liegen uns noch nicht vor.“

So schweigt die Polizei zur Nationalität der Kinder und zu der Frage, wo Mutter und Vater zum Zeitpunkt des Missbrauchs waren. Unklar ist damit auch, ob es sich bei den Tätern um Fremde oder Angehörige handelte.

In der Landesunterkunft für Flüchtlinge in Boostedt (Kreis Segeberg) sind derzeit gut 600 Menschen untergebracht.

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erstellt am 01.Apr.2016 | 10:15 Uhr

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