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Holsteinischer Courier

19. August 2017 | 13:41 Uhr

Ministerin sah sich in Kitas um

vom

Kristin Alheit glaubt nicht an eine Klagewelle wegen fehlender Plätze

Neumünster | Im Rahmen eines SPD-Aktionstages besuchte gestern Kristin Alheit, Landesministerin für Soziales, Familie und Gesundheit, als Landesvorstandsmitglied der SPD zwei Kindertagesstätten am Haart. Die Bundestagskandidatin Birgit Malecha-Nissen und Landtagsabgeordnete Kirsten Eickhoff-Weber begleiteten sie. "Ich möchte mich über die allgemeine Situation in den Kitas informieren und mir einen Eindruck verschaffen", sagte Kristin Alheit. Wichtigstes Thema war natürlich der ab heute geltende Rechtsanspruch von Eltern auf einen Betreuungsplatz für unter Dreijährige.

Hinweise darauf, dass augenblicklich eine Klagewelle über das Land hereinbricht, weil nicht genug Kita-Plätze zur Verfügung stehen, hat sie jedenfalls nicht, wie sie sagte. "Den Familien geht es nicht darum, eine Klage zu gewinnen, sondern einen Betreuungsplatz für ihr Kind zu haben. Und die Kommunen im Land sind gut aufgestellt und stehen im engen Kontakt mit den Familien", sagte die Ministerin.

Nach ihren Angaben hat es einen deutlichen Schub beim Kita-Ausbau im Land gegeben. "Ende Juni habe ich mitgeteilt, dass elf Millionen Euro für den weiteren Ausbau gebunden werden konnten. Seitdem wurde bereits der Ausbau von weiteren 220 Plätzen genehmigt", erzählte sie. Dass trotz ausgelasteter Kitas der Ansturm auf Tagesmütter eher mau ausfällt, konnte Kristin Alheit gestern nicht bestätigen. "Da habe ich andere Kenntnisse. Die Zahlen speziell aus Neumünster kenne ich nicht. Aber beispielsweise in Flensburg sind die Tagesmütter sehr gut ausgelastet. Und landesweit sind 30 Prozent der Kinder bei Tagespflegepersonen untergebracht", erzählte sie.

Anke Lilienthal-Schmiedel, die Leiterin der Kita Bollerwagen am Haart, berichtete gestern, dass viele Eltern die Qualität einer Kita, nicht zuletzt wegen der qualifizierten Erzieherinnen, sehr wohl gegenüber einer Tagesmutter bevorzugen. "Die Hemmschwelle ist oft groß, die eigenen Kinder in eine nichtöffentliche Einrichtung zu geben. Wenn wir keinen Kita-Platz vorhalten können, vermitteln wir Eltern alternativ aber an Tagespflegepersonen", sagte die Kita-Leiterin.

In der Kita Bollerwagen stehen derzeit 155 Kinder auf der Warteliste. "Darunter sind aber auch viele Doppelanmeldungen", merkte Anke Lilienthal-Schmiedel an.

Im "Bollerwagen" und der FEK-Kita Sonnenschein auf der anderen Straßenseite konnte sich die Ministerin gestern einen Eindruck verschaffen. "Hier werden Akzente gesetzt, die es nicht vielerorts im Land gibt. Toll ist, dass alle Eltern Bescheid wissen über den in Kraft tretenden Rechtsanspruch", sagte sie. Für die Eltern und Kinder hatten die SPD-Frauen Brotdosen als kleines Geschenk im Gepäck.

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erstellt am 01.Aug.2013 | 04:59 Uhr

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