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Demonstrationen : Minister unterstützte die Gegendemo

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Robert Habeck kam vom Landesparteitag der Grünen zur Kundgebung des Bündnisses gegen Rechts / Nur wenige Neonazis waren vor Ort

Neumünster | Prominente Unterstützung aus der Landespolitik bekamen am Sonnabend die Gegendemonstranten, als sie sich stundenlang einer Anti-Flüchtlings-Kundgebung auf dem Parkplatz an der Rudolf-Weißmann-Straße in den Weg stellten: Umweltminister Robert Habeck ließ es sich nicht nehmen, selbst Flagge zu zeigen. Gegen 13 Uhr verließ er den Landesparteitag der Grünen in der Stadthalle und griff auf der Kundgebung des Bündnisses gegen Rechts selbst zum Mikrofon. Eindringlich warnte der Landespolitiker vor Rassismus sowie Antisemitismus und dankte den Gegendemonstranten für ihr Engagement. Zudem lobte er die Arbeit in der Flüchtlingshilfe.

Bereits eine Stunde vor Beginn der Anti-Flüchtlings-Kundgebung, zu der die rechte Facebook-Gruppe „Neumünster wehrt sich“ im Internet aufgerufen hatte, hatten sich rund 100 Gegendemonstranten aus dem bürgerlichen Spektrum sowie 150 zumeist junge Leute aus der Antifa-Szene aus Kiel und Hamburg rund um den Versammlungsort postiert. Während einer Kundgebung an der Ecke Ringstraße/Rudolf-Weißmann-Straße warnten mehrere Redner vor dem menschenverachtenden Weltbild der Neonazis, die sich nur einen guten Steinwurf entfernt versammelten.

Statt der angekündigten 130 Flüchtlingsgegner fanden sich gegen 14 Uhr nur gut 40 Rechte ein. Ein Gerücht aus Kreisen der Neonazis, wonach 70 weitere Sympathisanten auf dem Weg aufgehalten worden seien, konnte Polizeisprecher Rainer Wetzel nicht bestätigen. „Von so einem Vorfall wissen wir nichts“, sage er. Auf Plakaten und in Redebeiträgen taten die Rechten schließlich unter anderem ihren Unmut über die Asylpolitik kund. Dabei wurden sie immer wieder von Rufen, Musik, Trillerpfeifen und Tröten ihrer Gegner übertönt. Einige Gegendemonstranten hatten sich sogar im Parkhaus an der Rudolf-Weißmann-Straße postiert und trommelten von dort über Stunden gegen das Rolltor und die Fenstergitter, um den Rechtsradikalen möglichst kein Gehör zu verschaffen. Die Polizei, die mit mehreren hundert Kollegen aus dem ganzen Land vor Ort war, trennte die Gruppen konsequent. Aus diesem Grund waren bereits ab 12 Uhr der Rathausparkplatz, der AOK-Parkplatz an der Weißmann-Straße sowie die Ringstraße gesperrt worden.

Letztendlich ging die Strategie der Einsatzkräfte auf: „Es kam zu keinerlei Auseinandersetzungen zwischen Einsatzkräften und Demonstrationsteilnehmern. Auch nach Veranstaltungsende wurde ein Aufeinandertreffen der verschiedenen Gruppen verhindert“, so Polizeisprecher Rainer Wetzel.

Dazu hatte auch beigetragen, dass die Polizei die Neonazis nach Ende der Kundgebung über einen kleinen Fußweg abgeschirmt vom AOK-Parkplatz führte und sofort an der Ecke Brachenfelder Straße / Peterstraße in einen bereitgestellten Reisebus setzte.

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