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Flüchtlinge in der Rantzau-Kaserne : Minister sprach mit Boostedtern auf Augenhöhe

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Flüchtlingsaufnahme: Innenminister traf sich mit Gemeindevertretern.

Boostedt | Die Einrichtung der Erstaufnahmestelle für Asylbewerber in Teilen der Boostedter Rantzau-Kaserne wird sich wohl noch eine Weile hinziehen. Zwar trafen sich am Mittwochabend Innenminister Stefan Studt und seine Staatssekretärin Manuela Söller-Winkler (beide SPD) mit Bürgermeister Hartmut König (CDU) und weiteren politischen Vertretern in der Verwaltung des Amtes Boostedt-Rickling, doch konkrete Ergebnisse gab es nicht. Der Minister manifestierte nochmals, dass er die Gemeinde sehr eng an den Planungen beteiligen wolle.

Vereinbart wurde, dass sich jetzt zwei Arbeitsgruppen, bestehend aus Vertretern des Landes, der Kommune und des Kreises, bilden sollen, in denen die Interessen aller Beteiligten regelmäßig besprochen werden. Ein erster Termin wird dazu Ende November erwartet. „Wir werden die Wünsche und Erwartungen der Boostedter auch weiterhin in die Entscheidungen des Landes einfließen lassen“, sagte der Innenminister.

An dem Gespräch vorgestern Abend in Boostedt nahmen außer Minister und Staatssekretärin – unterstützt von zwei Mitarbeitern des Ministeriums – auch Ulf Döhring (Leiter der zentralen Erstaufnahmestelle für Asylbewerber in Neumünster), Dezernatsleiterin Katja Ralfs, Claus Peter Dieck (stellvertretender Landrat des Kreises Segeberg), Boostedts Bürgermeister Hartmut König (CDU), Sven Plucas (Leiter der Verwaltung des Amtes Boostedt-Rickling), die Fraktionsvorsitzenden Manfred Stankat (SPD), Marina Weber (FWB) und Wolfgang Brückner (CDU), Harald
Köster (Geschäftsführer des CDU-Ortsverbandes) und Bernd Schauer (stellvertretender Fraktionsvorsitzender SPD) teil.

Von den Boostedter Kommunalpolitikern wurde das Gespräch trotz des einhelligen Eindrucks eines Treffens auf Augenhöhe unterschiedlich bewertet.

„In den Arbeitsgruppen sollen auch die von Gemeindevertretung in Bezug auf die festgeschriebene Laufzeit der Einrichtung sowie die begrenzte Anzahl der Asylbewerber formulierten Forderungen aufgegriffen werden. Ich glaube, dass das Land sich sehr bemüht, diesen Weg mitzugehen“, sagte Bürgermeister König. „Zu genauen Gesprächsinhalten habe man jedoch Stillschweigen vereinbart“, erklärte er weiter.

„Wir sind auf die Unterstützung des Landes angewiesen. Doch ich glaube nicht, dass hier unsere Pläne und Aufgaben die nötige Berücksichtigung finden werden. Die Landesregierung wird sich nehmen, was sie braucht. Ganz gleich, was hier im Vorfeld besprochen wird“, lautete dagegen die Einschätzung von Marina Weber, Fraktionsvorsitzende der FWB.

„Offene Fragen wurden identifiziert. Das ist ja schon mehr, als wir vorher hatten. Wichtig ist, dass Oberzahlen und Laufzeiten schriftlich fixiert werden. Ich wünschte, wir wären schon weiter. Das Gespräch war kein Durchbruch, aber es ist nicht hoffnungslos“, sagte Manfred Stankat, der als Fraktionsvorsitzender der SPD am Treffen teilgenommen hatte.

Lob für das Erscheinen des Ministers und der Staatssekretärin kam aus den Reihen der Christdemokraten. „Dass beide gekommen sind, zeigt, dass die Boostedter Anliegen ernst genommen werden. Spontane Lösungen können wir nicht erwarten. Dennoch hoffen wir natürlich auf bestmögliche Lösungen für die Bürger als auch für die Flüchtlinge“, kommentierte Wolfgang Brückner, die Zusammenkunft.


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