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Wirtschaft : Minister besuchte drei Marktführer

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Oerlikon Neumag, Hiller Feinwerktechnik und Guder Strahltechnik waren die Stationen von Wirtschaftsminister Reinhard Meyer

Neumünster | Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) nahm sich gestern gut fünf Stunden Zeit für seine Neumünster-Visite bei drei „Hidden Champions“. So nennt man mittelständische und kleinere Unternehmen, die eher unerkannt Marktführer auf ihrem Gebiet sind. Die Stationen waren Oerlikon Neumag, Hiller Feinwerktechnik und Gerätebau sowie die Firma Guder Strahltechnik.

Für Neumünsteraner Maßstäbe ist Oerlikon Neumag mit etwa 400 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 200 Millionen Euro ein Großer. Im Weltmaßstab ist das nichts, auch wenn das Unternehmen seit 2006 zur Schweizer Oerlikon-Konzerngruppe mit gut 3 Milliarden Schweizer Franken Umsatz gehört.

Als Maschinenbauer für Chemiefaserhersteller ist das Unternehmen an der Christianstraße nicht so im allgemeinen Bewusstsein präsent. Dennoch ist Oerlikon Neumag bei Maschinen für die Teppichgarnproduktion mit einem Marktanteil von 80 Prozent weltweit führend. Auch bei Stapelfasern, wie sie etwa in Kopfkissenfüllungen zu finden sind, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Produktionsmaschinen „made in Neumünster“ sind, erfuhr der Minister von Standortleiter Matthias Pilz.

„Neumünster ist eben nicht nur Einkaufsstadt, sondern auch ein alter Industriestandort“, betonte Neumünsters Landtagsabgeordnete Kirsten Eickhoff-Weber, die gemeinsam mit der SPD-Oberbürgermeister-Kandidatin Elke Christina Roeder den Wirtschaftsminister bei seinen Betriebsbesuchen begleitete.

Laut Reinhard Meyer hat Schleswig-Holstein ein eigenes Profil mit vielen kleineren und mittleren Unternehmen. Ihm ist es ein wichtiges Anliegen, das Land wieder stärker als industriellen Standort herauszuarbeiten. „Im Wirtschaftsministerium soll deshalb wieder ein industriepolitisches Referat eingerichtet werden“, kündigte Meyer an. Wirtschaftspolitik erschöpft sich laut Minister Meyer nicht in der Ansiedlung von Firmen aus aller Welt, sondern vor allem in der Bestandspflege. „Wir müssen als Land und Kommune gute Standortbedingungen schaffen für Unternehmen wie Oerlikon Neumag“, sagte Meyer. Da kann Oerlikon Neumag nicht klagen in Neumünster. Allerdings fällt es auch einem Weltmarktführer zunehmend schwerer, Nachwuchs zu finden. „Die Demografie wird uns vor Herausforderungen stellen. Wir bilden daher bedarfsgerecht aus“, sagte Pilz.

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erstellt am 10.Apr.2015 | 12:00 Uhr

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