Neumünster : Millionenprojekt im Vicelinviertel

So soll das künftige „Stadthaus Hansen“ an der Christianstraße aussehen, wenn es fertig ist.
So soll das künftige „Stadthaus Hansen“ an der Christianstraße aussehen, wenn es fertig ist.

An der Christianstraße sollen 22 Neubauwohnungen in privater Wohngenossenschaft entstehen / Der Bürgergarten verschwindet

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04. Mai 2018, 08:00 Uhr

Neumünster | Eine Grünoase muss weichen, 22 Neubauwohnungen von 46 bis 88 Quadratmetern Größe in privater Wohngenossenschaft sollen entstehen. 3,7 Millionen Euro will die TING Projekte Verwaltungs-GmbH aus Schwentinental bei Kiel in den Bau eines modernen Mehrfamilienhauses auf dem bisherigen Gelände des Bürgergartens im Vicelinviertel an der Christianstraße 51-53 stecken. TING-Geschäftsführerin Dr. Jasna Hamidovic-Baumgarten und Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras stellten das Projekt gestern offiziell vor.

Ein bisschen traurig schaut Egon Blitza von der Firma Grünwerk drein. Er hatte 2006 mit vielen Helfern und Unterstützung von EU-Mitteln den Bürgergarten auf dem 1750 Quadratmeter großen städtischen Areal zum Leben erweckt, nachdem 2003 dort zwei Häuser abgerissen wurden und eine Baulücke prangte. „Hier haben Afrikaner, Jugoslawen, Türken und Deutsche nebeneinander gegärtnert. Bis zu acht Parzellen gab es hier“, erzählt er, räumt aber ein: „Das war immer nur als Übergangslösung gedacht, bis ein Investor kommt.“

Der ist nun da und bringt eine in Neumünster zumindest noch nicht so oft praktizierte Idee der frei finanzierten und öffentlich geförderten privaten Wohngenossenschaft mit. Das Prinzip: Die künftigen Bewohner des barrierearmen und schwellenfrei geplanten Mehrfamilienhauses zahlen nicht einfach nur die Miete, sondern werden durch eine finanzielle Einlage auch Mitglieder der privaten Wohngenossenschaft „Stadthaus Hansen“ und somit Teilhaber mit lebenslangem Nutzungsrecht. Mit den Einlagen aller Mitglieder stellt die Wohngenossenschaft dann ihr Eigenkapital dar. Sie finanziert den Bau durch die Aufnahme von Krediten und durch ihr Eigenkapital. Durch die Mieten von 5,60 Euro pro Quadratmeter im zu 30 Prozent öffentlich geförderten Sozialwohnraum und ansonsten 8,95 Euro werden später die Kredite zurückgezahlt und die laufenden Kosten gedeckt. TING Projekte sieht sich hier als Begleiter mit Erfahrung. „Wir haben gute Erfahrungen gemacht, zum Beispiel in Kiel“, erklärt Jasna Hamidovic-Baumgarten. Der Baustart sei für Herbst geplant, „wenn bis dahin genügend Mitglieder da sind“. Dann könnte Ende 2019 das Projekt fertiggestellt werden. „Alle Genehmigungen und Pläne liegen vor“, so die Geschäftsführerin.

Für Olaf Tauras wird das Vicelinviertel mit dem Bau aufgewertet. „Wir haben noch mehr hier im Quartier vor, zum Beispiel mit der Sanierung der Ribsteinhalle“, sagt er.

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