Brokenlande : Millionen Liter Gülle liefen aus

Ständig fuhren Trecker vor, um die Gülle aus dem provisorisch angelegten Auffangbecken abzupumpen.
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Ständig fuhren Trecker vor, um die Gülle aus dem provisorisch angelegten Auffangbecken abzupumpen.

Ein Leck an der Dichtung führt zu Unfall auf der Biogasanlage Brokenlande. Bis zu 70 Einsatzkräfte waren den ganzen Tag vor Ort.

shz.de von
16. Januar 2018, 07:48 Uhr

Brokenlande | Fast genau vier Jahre nach dem schweren Gülle-Unfall auf der Biogasanlage Brokenlande mussten Feuerwehr und der ABC-Zug des Kreises Segeberg gestern erneut auf das Gelände an der Brokstedter Straße 1 ausrücken. Nachdem eine sogenannte Ringraum-Dichtung in einem Rohr zwischen zwei Fermentern gebrochen war, liefen bis zum Abend nach Angaben der Kreisverwaltung zwischen 1,6 und 2 Millionen Liter Gülle aus einem mit 5000 Kubikmetern randvoll gefüllten Behälter aus. Erst am Nachmittag konnte das Leck provisorisch geschlossen werden. Verletzt wurde niemand. Laut Sönke Möller, Kreispressewart der Feuerwehr, waren bis zu 70 Einsatzkräfte vor Ort.

„Gefahrgutlage groß“ hieß es im Alarm um 10.05 Uhr. Neben dem ABC-Zug rückten auch die Gefahrguterkundung der Feuerwehr Bad Bramstedt sowie die Freiwilligen Feuerwehren aus Großenaspe, Wiemersdorf und Hitzhusen aus. „Wir haben vor Ort zunächst Mais, später dann Sand und Erde mit Radladern zu Dämmen aufgebaut, damit die Gülle aus dem versiegelten Bereich nicht ungehindert entweichen kann“, sagte Einsatzleiter Jan Hinrich Stölting, der stellvertretende Wehrführer aus Großenaspe. Anders als am 25. Januar 2014, als ein kleiner Teil der damals ausgelaufenen zwei Millionen Liter Gülle durch eine alte Drainage in die Flottbek-Au floss und diese verunreinigte, sei dieses Mal nichts in Gewässer entwichen, so Stölting am Nachmittag.

Gegen 14.30 Uhr machte sich auch Großenaspes Bürgermeister Torsten Klinger vor Ort ein Bild der Lage. Unentwegt fuhren Trecker mit Güllewagen bis in die Abendstunden vor und pumpten die stinkende Flüssigkeit ab, um sie anschließend auf benachbarten Feldern wieder auszubringen. Zwei Mitarbeiter des Fachdienstes Wasser-Boden-Abfall der Kreisverwaltung Segeberg stimmten notwendige Maßnahmen zur Gefahrenabwehr mit den Einsatzkräften ab.

Nach zahlreichen Vorfällen dieser Art in Schleswig-Holstein hatte Umweltminister Robert Habeck 2015 Konsequenzen angekündigt. Weil es immer wieder Mängel an Biogasanlagen gebe, werde die Überwachung systematisiert und intensiviert. Ein entsprechendes Konzept wurde umgesetzt.

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