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Holsteinischer Courier

22. November 2017 | 06:45 Uhr

Stadtwerke : Milder Winter: Gewinn bricht ein

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Jahresüberschuss 2014 sinkt wohl um knapp 2 Millionen Euro

von
erstellt am 08.Apr.2014 | 05:00 Uhr

Neumünster | Die Verbraucher freut ’s, da sie weniger Energie verbraucht haben. Aber die Stadtwerke (SWN) haben durch den ungewöhnlich warmen Winter ein Problem: Ihr Jahresgewinn schmilzt 2014 auf 1,05 Millionen Euro. Um die bis 2016 fest vereinbarte Ausschüttung von 2,02 Millionen Euro pro Jahr an die Stadt leisten zu können, müssen die SWN auf ihre Rücklagen zurückgreifen – genau 972 000 Euro sind es laut dem neu berechneten Wirtschaftsplan, der am 15. April ab 17 Uhr auch Thema in der Ratsversammlung sein wird.

Zum Vergleich: Im Jahr 2013 erlösten die Stadtwerke noch 3,2 Millionen Euro, 2012 betrug der Gewinn sogar 4,5 Millionen Euro. Allein die Gewinnabführung der Wärme- und Energiesparte an die Muttergesellschaft SWN Beteiligungen geht in diesem Jahr um 2,8 Millionen Euro auf 5,8 Millionen Euro zurück. Das konnte durch geringer als geplant ausfallende Defizite in den Geschäftsbereichen Entsorgung (-738 000 Euro) sowie Bäder und Verkehr (-3,9 Millionen Euro) nicht aufgefangen werden.

„Das Kraftwerk rechnet sich immer weniger“, sagte SWN-Sprecher Nikolaus Schmidt mit Blick auf sinkende Börsenpreise für Strom und geringere Mengenabfragen. Im Geschäftskundenbereich verkauften die Stadtwerke nach Angaben von Schmidt 2013 allerdings 30 Prozent mehr Strom. Die SWN sind hier nicht nur im eigenen Netzgebiet aktiv, sondern bundesweit. Schmidt: „Das ist Handelsgeschäft. Wir sind hier reine Verkäufer, wie andere Versorger auch.“

Rückläufig waren dagegen die Erlöse aus dem Geschäft mit Ersatzbrennstoffen. Bei der Entsorgungssparte wirkt sich aus, dass nicht unerhebliche Summen für die Rekultivierung der Deponie zurückgelegt werden müssen. Deren Schließung im August machte sich zudem in geringeren Einlagerungsmengen bemerkbar.

Die Stadtwerke versuchen, die Erlösrückgänge durch Investitionen in mehr Effizienz aufzufangen. Beispiel ist die neue Turbine. „Und der Bereich Telekommunikation entwickelt sich erfreulich“, sagte Schmidt. Der erfolgreiche Ausbau des Breitbandnetzes könne allerdings „nicht den Ergebnisverfall der Wärmeerzeugung stoppen“, heiß es im Wirtschaftsplan.

Überraschende Nebenwirkung dieses Szenarios: Für 2014 rechnen die SWN mit sehr geringen Steuerzahlungen und ab 2017, dass dann gar keine Steuern mehr zu entrichten sind. Die Stadt muss anders rechnen: Auf die SWN-Gewinnausschüttung werden Kapitalertragssteuern und Soli fällig.

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