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Holsteinischer Courier

18. Dezember 2017 | 06:46 Uhr

Wohngeld : Mietzuschuss vom Staat

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

3570 Neumünsteraner sind auf Wohngeld angewiesen / Stadt ist damit Spitzenreiter im Land

Der Wohnungsmarkt in Neumünster gilt im Vergleich zu anderen Städten wegen der vielen Leerstände als relativ entspannt. Das Mietniveau ist moderat. Dennoch sind 3570 Neumünsteraner auf Wohngeld angewiesen. Es wird einkommensschwachen Haushalten als Zuschuss gewährt, damit sie die Kosten für einen angemessenen und familiengerechten Wohnraum tragen können.

Die Zahl der Empfänger ist zwar gesunken, dennoch ist Neumünster mit einer Quote von 4,6 Prozent negativer Spitzenreiter im Land. In Flensburg beträgt der Anteil 4,3 Prozent, in Kiel 3,5 Prozent und in Lübeck 3,4 Prozent der Bevölkerung. Die Zahlen beziehen sich auf das Jahresende 2012 und wurden vom Statistikamt Nord erhoben. In Schleswig-Holstein bezogen danach 74500 Menschen Wohngeld, was einem Rückgang um 13 Prozent entspricht.

Auch in Neumünster sank die Quote: Ende 2011 waren noch 5,7 Prozent der Bürger auf diesen Zuschuss vom Staat angewiesen. Er wird zur Hälfte vom Land und vom Bund getragen. „Die Stadt trägt nur die Personalkosten in der Wohngeldstelle“, erläutert Holger Pohlmann vom Fachdienst Soziale Hilfen. Einen gesetzlichen Anspruch auf diese Sozialleistung haben sowohl Mieter als auch Wohneigentümer (hier als Lastenzuschuss) sowie Bewohner von Pflegeeinrichtungen mit geringen Einkommen, nicht aber die Bezieher staatlicher Grundsicherung wie Hartz IV. Bei ihnen trägt die Kommune die angemessenen Kosten der Unterkunft komplett.

Von den 1527 Wohngeld-Haushalten in Neumünster bekamen 1410 einen Mietzuschuss und 117 einen Lastenzuschuss.Im Durchschnitt wurden 122 Euro Wohngeld pro Haushalt gezahlt. Die Höhe des Zuschusses lässt sich aber nicht pauschal beziffern. Sie richtet sich nach der Haushaltsgröße, dem Familieneinkommen und der zuschussfähigen Miete beziehungsweise Belastung. Auch die Mietstufe, also das allgemeine Mietenniveau, spielt eine Rolle. Neumünster wird bei einer Skala von I (niedrig) bis VI (hoch, zum Beispiel München) zurzeit in Stufe III geführt.

„Wir haben eine nicht einfache Sozialstruktur in Neumünster“, erklärt Sozialdezernent Günter Humpe-Waßmuth die hohe Anzahl an Wohngeldbeziehern. Für ihn ist es deutlich: „Wir brauchen Arbeitsplätze.“

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